Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Demons & Wizards: Powermetal in Kiel
Nachrichten Kultur Demons & Wizards: Powermetal in Kiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:17 30.06.2019
Von Kai-Peter Boysen
Die Metalbandband Demons & Wizards beim Auftritt im Radio Bob Rockcamp auf der Kieler Woche. Ihre Protagonisten: Der bärtige Gitarrist Jon Schaffer und Sänger Hansi Kürsch ganz in Schwarz. Quelle: KAI-PETER BOYSEN
Anzeige
Kiel

Der erste Eindruck

Schon eine Stunde vorher ist die erste Reihe besetzt; das will man sich nicht entgehen lassen, wenn zwei große Namen des Genres nach 19 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. Als die ersten Choräle aus den Boxen schallen und vom Beginn der metallischen Vollbedienung künden, ist der Platz rappelvoll.

Die Musik

Power Metal aus der Hand von Jon Schaffer bedeutet brettharte Riffs und superschnelle galoppierende Dreier-Anschläge auf der Gitarre. Dies gepaart mit Hansi Kürschs unnachahmlichem Mix aus Klargesang und Schreien, immer mit Hang zum Pathos und Drama, ist ein explosives Gemisch.

Anzeige

Komplexe Songs mit Tempowechseln, lauten und leisen Momenten wie der Opener „Heaven Denies“ oder das großartige „The Gunslinger“ wechseln sich mit breitbeinigem Wuchtmetall wie „Terror Train“ ab. Passend dazu ist das Line-Up eine Mischung beider Bands, die natürlich in der Setlist berücksichtigt werden. So dürfen sich die Fans über „Burning Times“ (Iced Earth) oder den Kultsong „Valhalla“ (Blind Guardian freuen.

Das Publikum

Vorne trägt man überwiegend Kutte oder ein Fanshirt der beteiligten Bands, die Pommesgabel wird gereckt und die Matte, soweit noch oder schon vorhanden, geschüttelt. „Valhallaaaa, Deliverance, Why’ve you ever forgotten me“ hallt es über den Platz, der Song von Blind Guardian ist jedem metalaffinen Menschen ein Begriff. „Hammerhammergeil!“, kommentiert Hansi Kürsch die Reaktionen des Publikums. Und das genießt dieses Konzert, denn so häufig sieht man dieses Nebenprojekt der beiden Musiker, das bisher zwei Alben veröffentlicht hat, nicht auf der Bühne.

Was in Erinnerung bleibt

„Ich muss gestehen, dass es nicht zu meinen Lebenszielen gehört hat, auf der Kieler Woche zu spielen“, gesteht Hansi Kürsch. Für einen Metalmusiker durchaus nachvollziehbar. Aber dann erzählt er, er habe geglaubt, vor einem Publikum in heller Kleidung und Matrosenhemden spielen zu müssen. Schon rührend naiv zu glauben, dass sich auf einer Segelveranstaltung, aber eben auch einem Volksfest eineinhalb Autostunden von Wacken entfernt keine Freunde harter Klänge tummeln…

Thomas Richter 29.06.2019
Kai-Peter Boysen 29.06.2019