Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Fröhlichkeit zweifach garantiert
Nachrichten Kultur Fröhlichkeit zweifach garantiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:14 17.11.2016
Von Christian Strehk
Kiels GMD Georg Fritzsch plädiert bei der Probe im Klaiberstudio für einen aufgeräumten Schumann-Klang. Quelle: bos: Björn Schaller
Kiel

„Man merkt darin, dass sich der Protestant aus Sachsen da freudig auf die rheinischen Katholiken zubewegt hat. Das ist alles andere als ein Requiem ...!“ Schumann war Musikdirektor in Düsseldorf und versorgte die Chöre dort mit chorsinfonischen Werken. Die c-Moll-Messe op. 147 entstand im Jahr 1852. Und noch 1861 schwärmte Clara Schumann nach einer Aufführung gegenüber Johannes Brahms von „so wundervoller Klangwirkung, dass es einem kalt den Rücken hinunter rieselt“. Diese Begeisterung hat sich im Musikbetrieb nicht gehalten: Aufführungen sind heute ausgeprochen rar. Immerhin: Im Jahr 2010 hatte sich Universitätsmusikdirektor Bernhard Emmer mit der Studentenkantorei in Kiels Nikolaikirche für das Werk stark gemacht.

 Im Klaiberstudio des Opernhauses gibt sich Fritzsch beim ersten Zusammentreffen mit dem Philharmonischen Chor und dem Opernchor des Theaters, beide einstudiert von Lam Tran Dinh, große Mühe, Transparenz und Schwung in die Abläufe zu bringen. „Die cum sancto spirito-Passage ist zu kantabel aufgefasst. Diese Musik hat ihren Ursprung in der Barockmusik, und das muss man auch hören. Wer den Kontrapunkt hat: leicht bitte“, so der Dirigent. „Tenori! Das Gloria muss von euch geradezu herausgeschleudert werden, so als könntet ihr euch gar nicht mehr beherrschen. Ansonsten: Markant auf dem Themenkopf.“ Man spüre am eher dezent um die Chorpartie gewebten Orchestermantel, dass das Werk auch in einer Fassung für Orgel und Chor vorliege, so Fritzsch.

 Im Credo fordert Fritzsch zwar weiche, eher melodiös gedachte Akzente und eine fließende Legato-Kultur, will aber die Fröhlichkeit auch dort nicht missen: „Kirche kann Fröhlichkeit pur sein. Ich habe das mal bei einem Gottesdienst auf Barbados erlebt.“ Trotzdem hält die romantische Messkomposition, die laut Komponist ausdrücklich auch für den Konzertsaal gedacht ist, selbstverständlich auch mystische Momente parat, etwa bei der Grablegung Christi (et sepultus est), der dann aufschäumend euphorisch die Auferstehung folgt.

 Kombiniert wird die Messe mit einem weiteren Beitrag der Philharmoniker zum Max-Reger-Gedenkjahr. Fritzsch dirigiert die 1909 in Leipzig entstandenen, raffinierten Hiller-Variationen des Spätromantikers – über ein „lustiges Thema“ des einstigen Thomaskantors. So ist die Fröhlichkeit zweifach garantiert.

Konzerte am 20. und 21. November um 11 bzw. 20 Uhr im Kieler Schloss. Karten: 0431 / 901 901.

www.musikfreunde-kiel.de

Der mit 5000 Euro dotierte Possehl-Musikpreis geht 2016 an die 24-jährige Cellistin Margreta Häfer, die an zwei Wettbewerbstagen mit gewinnendem Charme, Ausdruckskraft, kammermusikalischer Hellhörigkeit, Stilgefühl (bei Bach, Haydn, Beethoven und Cassado) sowie einem auffällig resonanzreichen Cello-Ton begeisterte.

Christian Strehk 17.11.2016

Die kürzlich gestorbene Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler wird mit einem neuen Theaterpreis geehrt. Der "Barbara Kisseler Theaterpreis" soll von der Spielzeit 2016/17 an jährlich für herausragende Leistungen an Hamburger Theater verliehen werden und ist mit 50 000 Euro dotiert, wie Kulturbehörde und Hermann Reemtsma Stiftung am Donnerstag bekanntgaben.

Deutsche Presse-Agentur dpa 17.11.2016
Kultur Schön, sexy und Frankreichs Nationalfigur - Sophie Marceau: Das Mädchen aus „La Boum“ wird 50

Vom verliebten Teenager zur Femme fatale: Sophie Marceau verkörpert Liebe, Erotik und Sinnlichkeit. Kein Wunder, denn die Leinwandschönheit verführt gern. Nicht nur vor der Kamera.

17.11.2016