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Kultur Maritime Inspirationen
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21:43 26.09.2019
Von Sabine Tholund
Acht Künstler des Projektes mit ihren Arbeiten im Atelierhaus: (v.li.) Silke Lazarević, Astrid Schessner, Katharina Böttcher, Karin Hilbers, Susanne J. Koch, Anni Fiil, Niels Huang und Mia Sloth Møller. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Seit sieben Jahren gibt es das Projekt, das die Fachbereiche Bildende und Angewandte Kunst vereint. „Wir treffen uns einmal im Jahr zum Symposium - oft an ungewöhnlichen Orten, abwechselnd in Dänemark und in Deutschland “, erzählt Susanne Koch. Die Keramikerin hat blaue Abdrücke tanzender Füße auf weißem Papier fotografiert. Mit den wirbelnden Fußspuren, die an Wasserwirbel erinnern, will sie auf die enge Verbindung des Menschen mit dem nassen Element hinweisen.

Facettenreiche Resultate eines Symposiums auf Lolland

Leichtes und Schweres findet sich in der Schau, die facettenreiche Resultate eines Symposiums auf der Insel Lolland präsentiert, wo die Teilnehmer in einem Zollhaus auf dem Gelände einer brach liegenden Werft unterkamen. „Wir haben die Räume mit unseren Exponaten belebt und weitergearbeitet“, so Koch. Entsprechend ist die Ausstellung gewachsen, der rege Austausch zwischen Künstlern und Kulturen dauert an. Mia Sloth Møller etwa hat sich in ihren maritimen Bildern von den Arbeiten Fabian Voglers inspirieren lassen, der Alltagsgegenstände abformt und zu fantasievollen Gipsplastiken kombiniert. Vogler wiederum nimmt die Formensprache der Dänin in neuen Objekten auf.

Sagenhaftes Rungholt neben versunkener Munition

Eine malerische Position steuert Karin Hilbers bei mit ihrem Triptychon „In der Tiefe“. Das sagenhafte Rungholt lässt die Kielerin hier in schemenhaften Konturen neben versunkener Munition auf dem Meeresboden schlummern. Wie vom Meer verwaschen sind die Konturen eines keramischen Objektes von Katharina Böttcher, dessen porös anmutende Oberfläche an Küstenformationen denken lässt. Blau wie das Meer bei bestem Wetter strahlt Klaus Titzes kunstvoll geflochtenes Sofa von einem großformatigen Foto – die knallrote Boje, die auf der Fotografie zu sehen ist, liegt als handfestes Exponat auf dem Boden.

36.750 Bohrungen für 36.750 tote Flüchtlinge

Wellen und Wasserblasen sind eine Inspirationsquelle für Anni Fiil. Blau gefärbtes Papier hat sie in Streifen geschnitten, zu kleinen Röllchen verarbeitet und in unterschiedlichen Größen hinter Glas zu fragilen, amorphen Formen zusammengefasst. Zum Innehalten lädt eine Installation von Silke Lazarevic ein. Die Goldschmiedin aus Husum projiziert auf gefälteltes, blau gefärbtes Kalbspergament eine nicht enden wollende Liste mit Namen Geflüchteter, die zu Tode gekommen sind. Das Pergament weist unzählige, winzige Bohrungen auf, die in ihrer Gesamtheit eine Wellenstruktur ergeben. „Es sind exakt 36.750 Bohrungen“, so die Künstlerin, „ entsprechend der Zahl der Toten.“

Heiligendammer Straße 15. Eröffnung Fr., 27. September, 18 Uhr. Bis 13. Oktober. Fr. +. Sa. 15-18 Uhr, So. 12-18 Uhr. Kulturmeile Kiel 29.9. Nils Aulike liest Texte von Klavki.

Mehr über Kultur aus der Region lesen Sie hier auf www.kn-online.de/kultur

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