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Kultur Spiel mit dem Rhythmus am Opernhaus Kiel
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17:45 26.09.2019
Von Ruth Bender
Sie bringen Paris-Flair ins Opernhaus in Kiel: Regisseurin Ricarda Regina Ludigkeit und Dirigent Daniel Carlberg. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

„Das muss man auch mit dem Blick von heute sehen“, sagt Ricarda Regina Ludigkeit, „ein bisschen Gegenwart darüber streuen.“ Ein Museumsstück hat die Regisseurin, die in Kiel zuletzt "Sweeney Todd"und "Fame" inszenierte, nicht im Sinn für die deutsche Erstaufführung von "Ein Amerikaner in Paris" am Opernhaus Kiel.

"Ein Amerikaner in Paris" kam erst 2014 auf der Bühne

Vergleichsweise spät übrigens fand der legendäre, mit sechs Oscars ausgezeichnete Musicalfilm (1951) von Vincente Minelli mit den Hits von George Gershwin (1899-1938) überhaupt auf die Bühne: 2014 in Paris, ein Jahr später am Broadway; die deutschsprachige Erstaufführung lief 2018 in Linz.

Immer mal wieder spielt das Stück auf die Filmvorlage an. Und in Kiel gibt es zum Schluss eine kleine Hommage an Gene Kelly, der den Film als Tänzer und als Choreograf prägte – unsterblich die Stepptanznummer zu "I got rhythm". „Gene Kelly als Vorlage, das ist für die Tänzer und für mich schon eine Herausforderung“, sagt Ricarda Ludigkeit, „die Stimmung soll erhalten bleiben, aber es soll kein Abziehbild werden.“

Lesen Sie auch: Das sagen die Hauptdarsteller über ihre Rollen

Für die Bühne wurde die Geschichte leicht verändert, einige Nebenrollen geschärft. „Wir müssen hier jeden Charakter noch einmal selbst erobern“, sagt die Regisseurin. Vor allem aber ist der Tanzanteil größer als in neueren Musicals. „Genau das mag ich, dass 'Ein Amerikaner in Paris' eine echte Dreifach-Aufgabe ist. Die Akteure müssen wirklich tanzen, singen, spielen.“

Der Steppschuh wird in Kiel zum Rhythmusinstrument

Und das in vielen Stilen. Lise, die weibliche Hauptfigur etwa, muss den Jazz- ebenso beherrschen wie den klassischen Tanz. Steppen müssen die 18 Gasttänzer der Produktion außerdem; den Anteil hat Ludigkeit sogar noch erweitert.

„Ich mag die Spielerei mit dem Rhythmus“, sagt sie, „mit dem Instrument unterm Schuh ist man ja im Orchester wie eine zusätzliche Rhythmusgruppe. Das macht einfach Spaß.“ Was Kiels Erster Kapellmeister Daniel Carlberg bestätigt: „Die Musik fordert das geradezu heraus. Im Steppen sind die Tänzer die Antreiber. Und über den Holzboden kommt das sehr direkt im Orchestergraben an.“

Jazz trifft Orchestersound

Die verschiedenen Stile zusammenzufügen ist auch für den Dirigenten eine Herausforderung. Dabei hat er das 1928 für die New Yorker Philharmoniker komponierte Orchesterstück, das dem Film zugrunde liegt, in Kiel schon in der vergangenen Saison im Konzert gespielt. „Packend, intensiv“, charakterisiert er das Stück, das Paris eher atmosphärisch zu fassen sucht.

„Die Musik war ursprünglich als Ballett ja gar nicht gedacht. Da kommt alles zusammen: Die Jazz-Standards, die orchestralen Anteile, die Songs. Auch andere Tondichtungen von Gershwin wie das Concerto in F, die Second Rhapsody und die Kubanische Ouvertüre.“ Für den Film wurde alles, wie durchaus üblich, mit höchstmöglichem Wirkungsgrad neu zusammengesetzt.

Sehr klug findet Carlberg außerdem die Instrumentierung für die Bühne. Da wurde die Streichersektion reduziert, dafür aber ein Akkordeon eingebaut, das es bei Gershwin so nicht gab. „Das ist spannend“, sagt er, „man hört ganz neue Farben und eine eigene Dynamik.“

Restkarten für die Premiere am Opernhaus Kiel

Die Premiere im Opernhaus Kiel ist am Sonnabend, 28. September, um 20 Uhr. Restkarten: Tel. 0431/901 901 oder auf der Webseite des Theaters.

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Er ist, was das Musical betrifft, ein alter Hase. Sie hat in Kiel ihre erste Hauptrolle: Peter Lesiak und Lynsey Reid spielen in "Ein Amerikaner in Paris" das Liebespaar Jerry Mulligan und Lise Dassin. Auf KN-online sprechen sie über ihre Rollen und den Spaß am Musical.

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