Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Cross-Over auf Hochglanz
Nachrichten Kultur Cross-Over auf Hochglanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:20 14.03.2019
Von Thomas Richter
Trotz Tour-Marathons ganz frisch: The 12 Tenors in der Kieler Sparkassen-Arena Quelle: Björn Schaller
Kiel

Das Programmheft zieren zwei doppelseitige Anzeigen des Herrenausstatters, der die 12 Tenors auf der Bühne schick macht. Lässiges Model, feiner Zwirn, alles in Hochglanz. Werbung muss sein. Irritierend wird es nur, wenn die ästhetische Ausrichtung der Anzeige mehr über das Programm zu erzählen scheint, als die Setlist oder Hintergrundinformationen.

Von Queen bis Belcanto

Selbstredend haben die Sänger ihre Stärken im Belcanto, Musical oder populären Opernfach ("Funiculi Funicula", "La Donne é Mobile", "Gira Con Me", "Libiamo", "O Sole Mio", "Don't Cry For Me Argentina"). Gleichwohl konzentriert sich das Programm doch eher auf gehobenen Pop und Rock. Und das ist der Haken. Mit Leonard Cohen ("Halleluja"), Frank Sinatra ("My Way"), Michael Jackson (Medley) und natürlich Freddy Mercury von Queen (Medley) befinden sich Künstler auf der Verwertungsliste, deren Gesangstil, Technik und Stimme so unverkennbar und einzigartig sind, dass für eine gelungene Interpretation schon ein dedizierter Zugang erforderlich ist.  Zu sehr ist die Seele der Urfassungen mit dem Stil des Sängers und/oder Komponisten verschmolzen.

Knitterfrei und plakativ

Cohens Halleluja auch jenseits des Refrains als heftig mit dem Pathos flirtenden Choral anzulegen, ist zwar naheliegend und klingt auch wohlfeil,  dennoch summt das Ergebnis mit wenig Originalität und ironiefrei am Geist des intimen und tiefen Originals vorbei. Wie der Dressman in der Annonce seinen Anzug präsentiert, wird so das Songgewand der Vorlage knitterfrei und auf plakative Weise zur Schau gestellt. Das gilt für viele der Arrangements. Wer aber quiekt schon so wie Michael Jackson, wer croont wie „Ol'Blue Eyes“ und wer moduliert so schön popverschnörkelt wie Freddy Mercury in den hohen Lagen. 

Gleichwohl hört man den Tenören gerne zu, die Jungs verstehen ihr Handwerk und legen inmitten eines schier unglaublichen Tour-Marathons eine Frische und Spielfreude an den Tag, dass man staunend seinen Hut zieht.  

Es geht auch um Haltung

Fraglos sind klassisch orientierte Interpretationen von Rock- und Popsongs legitim und längst in der Popkultur verankert. Und es geht auch nicht um Imitation. Vielleicht geht es eher um Haltung. Es geht darum, im Original mehr zu erkennen als eine gewinnbringende Hitvorlage. Eine  sinnfällige Brechung scheint wichtig, auch eine würdevolle Respektlosigkeit, eine Distanz jedenfalls, die es ermöglicht, dem Original andere – gerne auch schräge - Farben beizumischen.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur Anne Gesthuysen in Kiel - Der steinige Weg der Emanzipation

Eine Videobotschaft mit winkenden Zuschauern sendete Anne Gesthuysen am Mittwoch an ihren Gatten Frank Plasberg aus dem vollbesetzten Kieler Kulturforum - weil der ihr immer nicht glauben wolle, dass so viele Menschen zu ihren Lesungen kommen. Ist aber so.

Sabine Tholund 14.03.2019
Kultur "NightWash" in Kiel - Stelldichein der Comedians

Im angelsächsischen Raum haben sie eine lange Tradition: die Comedy-Shows, in denen verschiedene Nachwuchstalente präsentiert werden. In der sehr gut besuchten Halle 400 in Kiel gaben beim – auch aus dem TV bekannten Format - "NightWash" verschiedene Comedians ihre Visitenkarte ab.

Beate Jänicke 14.03.2019

Bibeltreue Seniorin trifft auf Langzeitarbeitslosen und verliebt sich in den hilfsbereiten jungen Mann. Doch Hudi ist nicht, wer er vorgibt zu sein. Eine böse Geschichte entwickelt sich da in Christoph Nußbaumeders „Mutter Kramers Fahrt zur Gnade“. Am Wochenende war Premiere am Landestheater.

Sabine Tholund 14.03.2019