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Kultur Energie in Händel-Harmonie
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18:19 11.11.2019
Von Oliver Stenzel
Israel in Egypt: Die Kieler Heinrich-Schütz-Kantorei unter der Leitung von Kantor Andreas Koller. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Im ganz normalen Kirchenmusikleben stellt die Aufführung von Georg Friedrich Händels Oratorium „Israel in Egypt“ eine große Herausforderung dar. Zwar handelt es sich um eines der schönsten Werke des Komponisten, dessen Pracht sich dem Hörer unmittelbar erschließt. Doch spielen die Solisten darin eher Nebenrollen, so dass der Chor die Hauptverantwortung für das Gelingen trägt.

Chorwagnis mit nur drei Solisten

Heiligengeist-Kantor Andreas Koller geht dieses Wagnis am Wochenende nicht nur ein, sondern erhöht sogar noch mutig den Schwierigkeitsgrad für seine Heinrich-Schütz-Kantorei, indem er in der Solistenriege den Bass weglässt.

Zweieinhalb Stunden in einer Chorwolke

Gefühlt findet sich der Gast des Konzerts in der gut besuchten Citykirche St. Ansgar am Sonnabend somit zweieinhalb Stunden lang mitten in einer Chorwolke, schwebt darin oder wird mit ihr davongetragen – ganz der Dynamik der Musik entsprechend. Dieser Grundeindruck stellt sich vor dem Hintergrund eines bemerkenswerten vokalen Feintunings ein. Auf der Basis von Kollers konzentrierter Interpretation entwickelt die Kantorei viel Detailsinn bei der sängerischen Ausgestaltung der Affekte, die dem Thema und Handlungsverlauf des Oratoriums entsprechend vielfältig sind.

Organische Verbindung mit dem Barockensemble 158

Auch verbindet sich das farbenreiche Klangbild des Chors organisch mit dem Orchestersound des Barockensembles 158, das die Aufführung mit lebendigem und vollem Originalklang bereichert. Die Stellen, an denen Chor und Orchester etwas weiter ineinander ragen, wirken lediglich satt, aber nicht diffus – so wie man sich im Verlauf des ohne Pause durchgespielten Stück ohnehin oft in dichte Musikenergie regelrecht eingehüllt wähnt.

Solisten für die Sopran-, Alt- und Tenor-Partie

Vor diesem Hintergrund bedeuten die sparsamen Auftritte der Solisten wichtige Kontraste, und ihre Auswahl erscheint in Anbetracht der sie alle auszeichnenden Klarheit als besonders stimmig. Anne-Beke Sontags anmutig geführter, in dunklen Samttönen schillernder Alt bildet dabei einen schönes Gegenüber für Tanya Aspelmeiers agilen und in der Alten Musik spürbar erfahrenen Sopran. Knut Schoch reiht sich mit seinem ansteckend lebendig und frei tönenden Tenor homogen zwischen beiden Sängerinnen ein.

Großer Applaus für Gesamtharmonie

So gilt der Applaus einer von großer Gesamtharmonie getragenen Aufführung. Dass sich so mancher Gast für den Beifall vom Platz erhebt, kommt nicht von ungefähr.

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