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Kultur Pompeya begeisterte in der Hansa48
Nachrichten Kultur Pompeya begeisterte in der Hansa48
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13:27 11.09.2019
Von Beate Jänicke
Pompeya spielten in der Hansa 48 in Kiel.  Quelle: Björn Schaller
Kiel

Die Band aus der russischen Hauptstadt bietet keinen knallharten Postpunk oder wahlweise polkaselige Russendisko-Klänge, wie man vielleicht reflexhaft erwartet und damit dem Klischee auf den Leim kriecht. Sondern sehr melodische, luftig treibende Sounds zwischen Wave, Pop und Rock. Aber der Reihe nach.

Denn erst einmal steht mit Moon Lama ein junges Duo, gebürtig aus Weißrussland, jetzt zu Hause in Kiel, auf der Bühne. Sängerin Lana Khrapava und Gitarrist Alex Tarasevich zelebrieren einen düster gefärbten, dabei aber sehr dynamischen Wave-Sound, der sich hören lassen kann. Die Gitarre desperat verzerrt, der englischsprachige Gesang dunkel, dazu elektronische Drum-Files aus dem Computer. Zurzeit bastelt Moon Lama am Debütalbum.

Der Haupt-Act des Abends wird dann eingeläutet durch im Hintergrund auf einer Leinwand eingeblendete, sich im Wind wiegende Palmen. Umstandslos kommen Pompeya auf die Bühne und rocken das zur Hälfte gefüllte Haus mit ihrer hoch energetischen, dabei schön melodischen Mischung aus funkigen Disco-Anleihen aus den 70ern, Wave aus den 80ern, einer gehörigen Portion Indie-Pop und durchaus auch mal kraftvollem Rock. Was sich vielleicht nach einer willkürlichen Mixtur anhört, geht real eine absolut organische Verbindung miteinander ein.

Pompeya klingen in Kiel wie The Cure - aber anders

Sänger Daniil Brod atmosphärischer Gesang und seine oft charakteristisch hallende Gitarre zeigen eine leichte Verwandtschaft mit dem Klang der Band The Cure, aber ohne deren Melodramatik und ohne dass Pompeya die Eigenständigkeit einbüßen. Da gibt es auch funkige Einschübe, die eher die Disko-Schuhe auspacken lassen. Überhaupt tanzt das Publikum ab Song Nummer eins.

Auch Band-Kollege Denis Agafonov setzt auf kräftige Akzente, lässt den Bass satt und voll pulsieren und übernimmt auch mal mit eingängigen Phrasen die Führung. Großartig auch Schlagzeuger Dmitrii Vinnikov, der auf seinen E-Drums mit Touchpad nervös tickernde, an die 80er erinnernde Sounds generiert und effektvolle Breaks setzt. Dazu kommen vom Computer abgespielte Samples von zischenden Old-School-Synthesizern, perlenden E-Piano-Pop-Klängen, Glockenspiel und Saxofon-Einschüben. Sehr eingängig wirkt das Ganze, ohne flach zu sein. Entwickelt seinen ganz speziellen Sog, wiegt sich auch mal in hypnotischen Schleifen.

Pompeya sind im besten Sinne mitreißend und aufhellend. Die Songs stammen überwiegend vom aktuellen Album "Dreamers" und von der Sammlung "Songs From The Videos". Darunter etwa das luftig-leichte "90". Oder das stilvolle "Hot Sommer + July". Pompeya leben in Moskau, fahren aber mindestens einmal im Jahr nach Los Angeles. Offenbar ein gutes Konzept für spannende Musik-Amalgame.

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