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Kultur 40 Jahre Kieler Pumpe: Ein Quell der kulturellen Begegnung
Nachrichten Kultur 40 Jahre Kieler Pumpe: Ein Quell der kulturellen Begegnung
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18:22 14.11.2019
Von Thomas Bunjes
Die Pumpe in Kiel ist eines der soziokulturellen Zentren im Land. Quelle: Sven Janssen
Kiel

„Wo seit 45 Jahren Kieler Abwässer durch die unterirdischen Kanäle gepumpt werden, im Herz der städtischen Unterwelt, im alten Pumpwerk an der Haßstraße in Kiel, soll nach den Vorstellungen unserer Stadtväter in Zukunft ein großes Kommunikations- und Kulturzentrum entstehen.“ So weihevoll beginnt ein Artikel, der am 4. März 1975 in den Kieler Nachrichten erschien. Vor gut 40 Jahren, im Mai 1979, wurde das Objekt dem Trägerverein Pumpe e.V. als Kultur- und Kommunikationszentrum übergeben. Am Donnerstag soll dort der runde Geburtstag als geschlossene Veranstaltung gefeiert werden.

Pumpe Kiel: Umfangreiche Umbauten

Umfangreiche und langjährige Bauarbeiten hatte es gebraucht, um das vor 90 Jahren errichtete Pumpwerk in einen Ort kultureller Begegnung zu verwandeln. Zwei Obergeschosse, die in die Halle eingezogen wurden, erweiterten die Grundfläche damals auf mehr als 2000 Quadratmeter. Das imposante Pumprad mitten im Saal des Erdgeschosses – die zweite von einst vier Pumpen – kündet noch heute von der Vorgeschichte des denkmalgeschützten Gebäudes.

40 Jahre Pumpe Kiel:

Jazz-Giganten für kleines Geld

Prominente Bands und Solisten saßen und standen auf der Bühne im Saal oder auch im Roten Salon im Keller. Der Versuch einer repräsentativen Auflistung bleibt zwingend lückenhaft. Der James-Brown-Sideman Bobby Byrd lieferte hier ebenso ein schweißtreibendes Konzert ab wie die Bluesband Canned Heat. Die Schweizer Sängerin Sophie Hunger betörte ihr Publikum, Voodoo-Blues-Legende Screamin’ Jay Hawkins verhexte das seine. Legendär: die Jazzfeste Mitte der 80er. Für kleines Geld und auch für Studenten erschwinglich waren Giganten des Genres zu erleben. Etwa am 6. Dezember 1985 das Chet Baker Trio feat. Philip Catherine, eingesprungen für den großen Archie Shepp. Einen Tag später spielte Mingus Dynasty feat. Randy Brecker, tags darauf Abdullah Ibrahim alias Dollar Brand. Rund 200 Konzerte gehen jährlich in der Pumpe über die Bühne.

Kino von ausgezeichnetem Ruf

Ein stämmiges Standbein der Pumpe ist das aus dem Kieler Filmclub hervorgegangene Kino, das lange als Kommunales (KoKi) firmierte und nicht nur unter Cineasten einen ausgezeichneten Ruf genießt. 750 mal im Jahr laufen dort unter Leitung von Eckhard Pabst Filme neben dem Mainstream. „Ein wunderbarer Platz, kleine, tolle Filme zu zeigen“, sagt Geschäftsführer Adalbert Schwede. „Andere Filme anders zeigen. Die nicht so bekannt sind, auch Originalfilme oder moderierte Filme mit anschließenden Diskussionen – das macht ja kaum ein anderes Kino.“

Ehemalige Geschäftsführerin erinnert sich

Projektleiterin im KoKi war in den 80ern Brigitte Hohmann, heute Geschäftsführerin der Kulturstiftung S-H. Gern erinnert sie sich auch an die vier Jahre als Geschäftsführerin der Pumpe ab 1989. „Das war eine aufregende Zeit. Die Pumpe war mit 15 hauptamtlichen Mitarbeitern das größte soziokulturelle Zentrum Deutschlands. Ich freue mich sehr darüber, dass die Pumpe es geschafft hat, auch die jungen Leute weiter anzusprechen.“

Finanzprobleme und drohende Schließungen

Problematisch ist immer wieder die finanzielle Ausstattung der Pumpe. 1993 stand sie kurz vor der Schließung. Zuletzt versuchte 2002 Heinz Rethage, seinerzeit städtischer Dezernent für Abfallwirtschaft und Kultur, die Pumpe zu schließen. Schließlich einigte man sich auf einen Vergleich, der eine drastische Kürzung der Finanzmittel vorsah. Doch die Pumpe hält sich, nun schon seit 40 Jahren.

Steckbrief: Die Pumpe in Kiel

Eigentümerin der Immobilie "Die Pumpe" ist die Stadt Kiel. Betrieben wird sie vom Trägerverein „Die Pumpe“ e. V.“, der von der Stadt finanziell unterstützt wird. Kernstück der Pumpe ist der 460 Quadratmeter große, durch einen Vorhang teilbare Saal, in den bei Konzerten 750, bei Partys 1000 Gäste passen. In den Roten Salon im Keller passen 200 (Konzerte) bzw. 250 Besucher. 112 Sitzplätze bietet das Kino in der Pumpe, ausgestattet mit digitaler Projektionstechnik und 5.1 Dolby-Ton und 35mm-Anlage für Stummfilme. Auch eine Bar beherbergt das Kulturzentrum, und auch hier gibt es hin und wieder Konzerte. 25 Gruppen treffen sich derzeit regelmäßig in den Gruppen- und Arbeitsräumen der Pumpe, von der Deutsch-Indischen Gesellschaft über den MS-Gesprächskreis und den Interreligiösen Arbeitskreis bis hin zu Theatergruppen wie „Improding“. Eine der langlebigsten Gruppen im Haus ist der Ernst-Busch-Chor. Ein wichtiger Aspekt ist die Nachwuchsförderung im kulturellen Bereich.

Staffelstab-Übergabe: Auf der Homepage der Kieler Pumpe firmiert Ulrike Salten bereits als Geschäftsführerin und Adalbert Schwede, der sie seit dem 1. November einarbeitet, als „scheidender“ Ggeschäftsführer.

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