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Kultur Die Tristesse eines Träumers
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16:30 16.05.2017
Von Thomas Bunjes
Heinz Strunk las im Metro-Kino aus seinem neuen Roman "Jürgen" und verpasste sich dafür ein zu seinem literarischen Helden passendes Outfit samt Perücke. Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

Dort wohnt Jürgen im tristen Stadtteil Harburg in einer kleinen Wohnung mit seiner bettlägerigen Mutter. Er ist Single, genau wie sein Freund Bernd Würmer. Das soll sich ändern, und so versuchen es Jürgen und sein, wie sich später ganz zufällig herausstellen wird, nur scheinbar an den Rollstuhl gefesselter Kumpel mit konventioneller Beziehungsanbahnung per Restaurantbesuch, mit Speed-Dating und schließlich auch mit einem kostspieligen Trip nach Polen, Angebot der dubiosen Partnervermittlungsagentur "Europlove".

Strunk schildert diese hilf- und fruchtlosen Anbahnungen mit einem fast sanften, naiven Ton aus der Ich-Perspektive seines Helden, den der Autor trotz all der tragikomischen Ereignisse nie der Lächerlichkeit preisgibt. Dieser Jürgen hat Strunks Sympathie und soll auch unsere gewinnen, weil er ein Träumer ist und es trotz der Tristesse seines Lebens auch bleibt. 

Gekonnter Querflöter

Seine Lesung würzt Strunk musikalisch, sprechsingt ein paar das Geschehen zwischenzeitlich zusammenfassende Lieder und spielt gekonnt Querflöte. Auch ein paar Filmstills wirft er per Beamer an die Leinwand, denn "Jürgen" wird im Herbst auch als Film gezeigt, und "zwar nicht auf Arte um 1.30 Uhr, sondern in der ARD um 20.15 Uhr."

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