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Kultur Die Stimme der Fuckin' Kius Band
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19:32 07.12.2018
Von Thomas Bunjes
Verspricht eine grelle Show: die Hannes Wendt Band (2. von links der Bandleader). Quelle: hfr
Oeversee

Denn er singt und spielt Blues-Harp in seiner Hannes Wendt Band, die Sonnabend mit ihrem Debütalbum in die Kieler Räucherei kommt. Die Show ist ein zentrales Element
bei den Konzerten, „ohne die ist das alles nix“. War schon so in den 80ern, da machte
Wendt als quirlige Rampensau der Fuckin’ Kius Band die Bühnen unsicher.

Die legendäre Fuckin' Kius Band war Wendts erste Station

„Kult“ oder „legendär“ sind Vokabeln, die bei der Erwähnung der Fuckin’ Kius Band häufig fallen. Was kann Wendt damit anfangen? „Ja, das kann man schon so sagen“,
bestätigt er in jenem breiten norddeutschen Slang, der auch seine Singstimme prägt. Die Combo hatte sich Anfang der 80er auf dem Tönnsen-Hof in Kius gegründet, einem Dorf in der Gemeinde Ulsnis im Kreis Schleswig-Fensburg – aus einer Bierlaune heraus. „Ich konnte nix, kein Instrument, nicht mal singen“, erinnert sich Wendt. Er wurde Sänger der Band. Das „Fuckin’“ geht übrigens auf einen Engländer zurück, der damals Gast auf dem Tönnsen-Hof war und ständig „fucking“ fluchte.

Modenschau und Boxkampf auf dem Tönnsen-Hof

Präsent auf dem Hof, damals berüchtigt für exzessive Partys, schräge Modenschauen oder Boxkämpfe, waren auch die Gebrüder Feldmann. Andy wohnte da eine Zeit lang und war kurz zweiter Sänger der Fuckin’ Kius Band. Sein Bruder Rötger, der bekanntlich als Brösel mit den Werner-Comics berühmt wurde, hat mal mit Wendt nach durchzechter Nacht im Bett das Lied Fuck 4 TÜV geschrieben, das noch heute zum Live-Repertoire
zählt. Eine weitere musikalische Zusammenarbeit hat es laut Wendt nicht gegeben.

In Reizwäsche auf Bikertreffs

Die Shows der Fuckin’ Kius Band wurden immer größer. Sie spielten auf Bikertreffs, mal
auch vor Zuhältern. Hatte er gar keinen Schiss, zeitweise in Reizwäsche singend vor Rockern herumzuhüpfen? „Nöö, das war nichts Sexuelles, das war einfach nur der reine Spaß“, sagt Wendt, so was wie Narrenfreiheit. Durchbruch beim Bekanntheitsgrad sei der Gig beim Werner-Rennen 1988 auf dem Flugplatz Hartenholm gewesen, dem Shows auf der riesigen Freilichtbühne Loreley oder beim Jübek-Open-Air folgten.

Split-Single mit Die-Ärzte-Musikern

1990 schafften sie es auf eine Split-Single im Zuge des Werner-Films Beinhart. Auf der A-Seite sangen Bela B. und Farin Urlaub (als Jan) von der Rockband Die Ärzte "Wir brauchen ... Werner", auf der B-Seite empfahl die Fuckin’ Kius Band "Hau wech". Wendt weiß nicht mehr, wie die Single entstand („das ging so an uns vorbei“). East West, eine Tochter des Warner-Labels, zeigte damals Interesse. Doch das Projekt versackte aus
Pietätsgründen im Zuge des Golfkriegs, und irgendwann begann der Stern der Fuckin’ Kius Band zu sinken.

Neue Songs mit neuer Band

Wendt suchte erst mal Abstand, vor allem zu den Drogen. Rief dann die Coverband Rohling Schdons ins Leben („Mick Jagger ist der größte Showman der Welt“). 2017 absolvierte der Sänger Gastauftritte mit der Coverband Murphys Law, interpretierte Hits von Bowie, Clapton, Stones, Hot Chocolate. Daraus formierte sich die Hannes Wendt Band, die auch beim diesjährigen Werner-Rennen auf der Bühne stand. Auf der Setlist finden sich neben Coversongs und ein paar der Fuckin’ Kius Band Lieder vom neuen Album "Sänk ju piepel!" (Wendt: „das sage ich mehrmals während der Konzerte“) und brandneue wie "Smobies". Und die grelle Show, die ist Pflicht. Nur nicht mehr so exzessiv wie einst.

Hannes Wendt Band: Sonnabend, 8. Dezember, 21 Uhr (Einlass: 20 Uhr), Räucherei, Preetzer Str. 35, Kiel.

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