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Kultur Die vielen Stimmen der Jessica Jekyll
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17:48 15.03.2009
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Kiel

Kein Wunder also, dass sich eine recht ansehnliche Schar von gestandenen Fans und neugierigen Novizen in Hattos Laden staut, nachdem Starring Emely ihren 30-minütigen Eröffnungsauftritt absolviert haben. Das junge Kieler Quintett um Sängerin Babs, Ben und Jorge (Gitarren), Volker (Bass) und Stenni (Schlagzeug) widmet sich mit Leib, Lunge und Seele dem stonerrockenden Grunge à la frühe Soundgarden, Kyuss und Monster Magnet. Das ist nicht sonderlich reich an originellen Überraschungen, aber allemal unterhaltsam und laut genug, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu lenken. Sicherlich wird es noch genug Gelegenheiten geben, über Starring Emely ausführlicher zu berichten. Jetzt jedoch sind erstmal Skin Diary an der Reihe. Einmal tief Luft holen.

Viele Stimmen zwitschern einem durch den Schädel, wenn Jessica Jekyll, alias Mrs. Clockwork Orange, die Oktaven zwischen ihren Stimmbändern durchrauschen lässt, nahtlos vom Girren ins Röhren übergeht, vom lieblichen Säuseln ins abgrundtief höllische Grölen. Die Namen zu diesen Stimmen stammen zum Großteil aus den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts: Kate Bush, Tina Weymouth (Tom Tom Club), Nina Hagen, Katharina Franck und natürlich Deborah Harry. An Letztere erinnert die energiesatte Skin-Diary-Sängerin auch optisch, wenn sie ihre blonde Frisur ausschüttelt und kunstvoll die Kulleraugen unter den koketten Klimperwimpern rollen lässt. Dabei hat sie sich und ihr Instrumentarium stets voll unter Kontrolle, tippt mit glitzernd bestrumpftem Füßlein auf modifizierten Verzerrerpedalen herum, während sich der Oberkörper in zuckender Trance über einer geheimnisvollen Elektronenkiste verbiegt, mit deren Hilfe sie ihre bombastische Naturstimme bis weit ins Absurde hinein entfremdet. Diese Frau ist ein zirzensisches Erlebnis, da gibt es nichts dran zu deuteln. Und auch ihre Band vermag in puncto Musikalität und Außenwirkung durchaus zu überzeugen: Der Sizilianer Pierpaolo de Luca ist ein glitzerndes Genie auf der E-Gitarre, René Fläx lässt den Bass notfalls auch unter Zuhilfename eines Streichbogens bollern und grooven, und Schlagzeuger Puya Shoary gilt nicht zu Unrecht als persisches Ebenbild von Frank Zappa. Kein Wunder, dass das Berliner Magazin

tip Skin Diary zu einer der 24 besten Bands der Bundeshauptstadt gewählt hat. Ihre grandiosen, vielschichtigen Eigenkompositionen, die stilistisch zwischen Hardcore (

Right Elbos) und Habanera (

Cocooning) nichts auslassen, sind Pop im besten Sinne des Wortes: extravagant, hochartifiziell, dabei eingängig und vor allen Dingen individuell und unverwechselbar. Mit einem Wort: unbeschreiblich. Wiedersehen macht Freude.

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