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Kultur Steiler Aufstieg, tiefer Fall
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20:01 16.05.2018
Von Jörg Meyer
Ulli Martin träumt immer noch vom späten Comeback. Quelle: Karl Siebig
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Kiel

Der Stern des von Leo Leandros entdeckten und später von Ralph Siegel gemanagten Sängers, der vorher eine Schauspiel- und Gesangsausbildung genossen hatte, fiel so schnell, wie er aufgestiegen war. Heute lebt Ulli Martin (bürgerlich: Hans Ulrich Wiese) nach Depressionen und Alkoholsucht in einem Pflegeheim in Bad Bramstedt. Der Kieler Filmemacher Karl Siebig und Bernd Soffner porträtieren ihn in der Doku "Ulli Martin – Was vorher war, das zählt nicht mehr".

Hin zum Kern der Person

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Steiler Aufstieg und tiefer Fall sind in der „von Haifischen beherrschten Glitzerwelt des Schlagers“ (Siebig) nicht selten. Warum also gerade Ulli Martin als Protagonist? Sein Freund Bernd Soffner, Sozial-Betreuer Martins, hatte Siebig gefragt, ob man über Ulli nicht einen Film machen sollte. Siebig zweifelte zunächst, dachte dann aber an sein dokumentarfilmerisches Credo: „Wenn Menschen in extreme, existentielle Situationen geraten, seien es positive oder negative, kommt der Kern ihrer Person zum Vorschein.“

Zwei Jahre lang begleiteten die Filmemacher Martin, ließen ihn erzählen, brachten ihn mit den alten Kollegen Tex Haper und Tony Tornado zusammen, und zeigen, wie Martin auch mit 71 Jahren gegen alle Kränkungen und Katastrophen immer noch von einem Comeback mit nun selbst geschriebenen Songs träumt. „Ich habe ein Näschen für Hits“, weiß Ulli, hat auch einige Demos aufgenommen, aber wie einst „kein glückliches Händchen, das in klingende Münze umzusetzen“.

"ich konnte mich nie gut verkaufen"

„Er gehörte zu den wenigen in der Schlagerbranche, die wirklich singen konnten“, erinnert sich Tony und lobt das „Vibrato-Timbre“, das seine Stimme besonders romantisch machte. „Doch das hat mir nichts genützt, weil ich mich nie gut verkaufen konnte“, ergänzt Martin. Er bekommt heute lediglich ein Taschengeld von 100 Euro im Monat, weil er sich um Alterssicherung nie gekümmert hat, geschweige seine ehemaligen Manager und Produzenten.

Uraufführung am Do, 17. Mai, 20 Uhr, Traumkino (Grasweg 19), in Gegenwart der Regisseure, Ulli Martin und Tex Harper.