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Kultur Nachrichten aus dem Heute
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07:00 13.07.2019
Von Ruth Bender
M.C. Escher sah sich eher als Mathematiker denn als Künstler. Im Film kommt er anhand von Briefen und Tagebuchaufzeichnungen zu Wort. Quelle: M. C. Escher Company B.V.- Baarn – the Netherlands
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Kiel

Der rote Faden hat sich ganz beiläufig ergeben. Von Nikolaus Geyrhalters Film Erde, der zeigt, wie der Mensch den Planeten bewegt, per Bagger und Dynamit buchstäblich Berge versetzt (12. bis 14. August), zu Push – das Grundrecht auf Wohnen, der der UN-Sonderbeauftragten für eben dieses Grundrecht, Leilani Farha, durch die Städte rund um den Globus folgt (5. bis 7. August). Den Landschaftsbeschreibungen Theodor Fontanes stellt die Trilogie Oderland, Rhinland, Spreeland Bilder der heutigen Landschaften gegenüber (16. bis 18. August). Die rote Linie begleitet den Kampf um den Hambacher Forst (16. bis 18. August), und Was kostet die Welt? dokumentiert den Versuch der Bewohner der Kanalinsel Sark, ihr Eiland vor dem Ausverkauf durch zwei Milliardäre zu bewahren (8. bis 11. August).

Der Mensch und sein Ort

„Diese grundlegende Beziehung von Menschen zu ihren Orten wird auf ganz unterschiedliche Weise thematisiert“, sagt Eckhard Pabst, Leiter des Kinos in der Pumpe. Daneben entfaltet das Programm aber auch die ganze Vielfalt des Genres und widmen sich der Welt von Heute in ihren unterschiedlichsten Phänomenen und Aspekten.

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Der Segler und Musiker Claus Aktoprak filmte seinen Segeltörn auf den Spuren einer mittelalterlichen Karte für einen sicheren Seeweg von Dänemark über die Aland-Inseln bis Finnland – mit Hilfe einer Drone, einer Fernbedienung und allerlei unterschiedlicher Kameras (Die Route der Wikinger, 22. bis 28. August).

Kluges furiose Filmcollage

Auch Alexander Kluge hat sich ohne riesige Ausrüstung auf den Weg gemacht; und der Filmemacher und Kulturtheoretiker legt mit knapp 90 Jahren mit Happy Lamento (18. bis 21. Juli) und im Dialog mit dem „philippinischen Bilderstürmer“ Khavn De La Cruz Klage eine frisch furiose Collage vor – aus Musik und Bildern, gegen Slums, Warengesellschaft und Lichtverschmutzung. „Das ist schon ein Schwergewicht“, freut sich Pabst, der die Sommerreihe mit Kluges Film startet.

Vom Naturfilm zum Künstlerporträt

In der Mischung aus Naturfilm, historischen Themen und Künstlerporträt trifft Skurriles aufs Experiment und auf Klassisches wie die Spurensuche im Fall des Hamburger Mäzens Max Emden, der in den Zwanzigern etwa mit dem KaDeWe ein Vermögen machte und dennoch von den Nazis eingeholt wurde (19. bis 21. Juli). Verblüffend die Reportage Memory Games über den Wettbewerb der Erinnerungsathleten (18. Juli), die als Preview läuft, ebenso wie das Biopic über den Künstler und Mathematiker M.C. Escher, den Schöpfer undurchschaubarer Labyrinthe und geschlossener Systeme (15. August). Dem Reggae und seinen Ikonen spürt der Film Inna de Yard – The Soul of Jamaika nach. Macht das alles einen Sinn? ist die große Frage über dem letzten Jahr der Intendanz Frank Castorfs an der Volksbühne, das Andreas Wilcke auf Proben und hinter den Kulissen verfolgt hat (19. bis 21. August). Und Anastasia begleitet die erste Bundeswehr-Offizierin mit Transgender-Hintergrund durch ihren militärischen Alltag (12. bis 14. August).

www.diepumpe.de

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