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Kultur Brecht im Schnelldurchlauf
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14:44 27.03.2017
Kati Luzie Stüdemann übernahm den Gesang. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Die freie Schauspielerin und Sängerin betrat mit Michael Kallabis (Klavier), Volker Linde (Kontrabass) und Thore Hahn (Schlagzeug) mit nicht weniger als 36 Programmpunkten den politisch immergrünen und künstlerisch tausendfach betretenen Pfad von Brechts Liedern, Gedichten und Prosa. Wohl wissend, dass dies nicht zwingend Erfolgsgarantie, sondern stets neue Herausforderung ist.

Zunächst im strengen schwarzen Rollkragen, später in Ringelshirt zog die Combo gut gerüstet zwischen Sprechgesang, Ballade und Liebeslied durch die Gassenhauer von Kurt Weill, Kurt Schwaen, Hans Eisler oder Paul Dessau, ohne sich zu sehr in Schräglagen oder theatralem Tschingderassabumm zu verlieren. Anfangs mit Marlenehose, breitbeiniger Lässigkeit und Hornbrille, die Zigarre im Anschlag im Geiste von „Solidaritäts-„ und „Einheitsfrontlied“, später mit den „Liedern gefallener Mädchen“, hielt Kati Luzie Stüdemann mit mal scharfer, in den Höhen schön zarter Stimme die Waage zwischen Schauspiel und Chanson.

Die Künstlerin Deborah di Meglio steuerte als Beisitzerin auf der Bühne Videoprojektionen bei, die den knapp anderthalbstündigen Abend ganze teils ironisch, teils romantisch mit vorwiegend historischem Bildmaterial untermalten.

Von Almut Behl

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