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Kultur Die Welt ist ein Kinderzimmer
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15:18 23.07.2016
Von Oliver Stenzel
E.T. war zuGast in den Holstenhallen. Quelle: Marco Ehrhardt
Neumünster

Als Steven Spielbergs Filmklassiker E.T. – Der Außerirdische 1982 in die Kinos kam, war er ab sechs Jahren freigegeben. Die jüngsten Besucher von damals haben heute dementsprechend die Lebensmitte erreicht. Und weil sich jenseits der 40 Erwartung und Erinnerung die Waage zu halten beginnen, kann das Schleswig-Holstein Festival Orchester für sein diesjähriges Filmmusik-Projekt am Freitagabend auf eine gut besuchte Holstenhalle zählen.

Man hat hier schon vergleichbare Vorhaben schiefgehen sehen, etwa die Live-Versoundtrackung von Ang Lees Martial-Arts-Meisterwerk Tiger and Dragon, das in der großen Hale blass und verloren wirkte. Im Falle von E.T. bringt das lange zurückliegende Erscheinungsjahr diesbezüglich eine positive Nebenwirkung mit sich: Der Film selbst wirkt naturgemäß so patiniert, dass man sich an der weit unter heutigem Kinostandard liegenden Aufführungsqualität nicht weiter stört. Auch eine andere Frage, nämlich ob man diesen in die Jahre gekommenen Blockbuster eigentlich wirklich wiedersehen möchte, ist schnell vergessen. Denn im Handumdrehen erreichen die ersten Szenen lange nicht aktivierte Gehirnareale und man ist selber wieder ein Teil der Welt, in der BMX-Räder und alleinerziehende Mütter in Latzhosen noch Aufsehen erregten und man sich die Zeit mit Star-Wars- statt mit Pokémon-Figuren vertrieb.

Für die Intensität des Nostalgieflashs zeichnen dabei insbesondere die Musiker der SHMF-Orchesterakademie verantwortlich, die John Williams’ Filmmusik unter David Newmans hochkonzentriertem und -inspiriertem Dirigat wunderbar vital umsetzen. Ein solches Hörerlebnis bietet kein Kinosaal, und das leibhaftige Musizieren verstärkt den Märchenzauber des Science-Fiction ungemein. Die Balance zwischen Musik und Original-Dialogen und Geräuschen aus dem Lautsprecher fällt dabei weitgehend befriedigend aus. Nur manchmal geht der eine oder andere Satz zwischen den Orchesterwellen verloren, aber das Auge liest ja ohnehin laufend die deutschen Untertitel mit.

Interessant ist, wie sich der beinahe wesenhaft wirkende Raumklang des SHFO auch auf das Sehen des Films auswirkt. Manche Szene scheint durch ihre plastische Untermalung noch mehr in den Kamerazoom zu geraten und John Williams’ nun intensivst mitvollziehbare Leitmotivtechnik macht indirekt deutlich, wie sorgfältig Steven Spielberg in den frühen Achtzigerjahren Regie führte. Natürlich wirken die damals rasantesten Verfolgungsjagden fast 35 Jahre später eher gemütlich, so wie auch mancher Gag an Durchschlagskraft verloren hat. Aber auch in diesem Punkt hilft die Präsenz des Festival-Orchesters, die punktuell aufkommende Langeweile rasch wieder vertreibt. Die Zuschauer sind von alledem so gebannt und begeistert, dass es sie nach dem Abspann prompt von den Sitzen reißt. Während der Beifallsstürme ertappt man sich dabei, ein klitzekleines bisschen darauf zu warten, dass auch noch der Außerirdische selbst auf die Bühne kommt, um sich zu verbeugen. Mission geglückt. Die Welt ist ein Kinderzimmer – ein Narr, wer glaubt, es jemals verlassen zu haben.

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