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Kultur Eine Doppelidentität als roter Faden
Nachrichten Kultur Eine Doppelidentität als roter Faden
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18:51 04.09.2009
Kiel

Denn der Mann, der in Kanada nun Gitarre, Mandoline und Bodhran unterrichtete, war in seiner Zeit als Lehrer längst rückfällig geworden. Zwei CDs mit eigenen Songs hatte O'Brian aufgenommen. CDs, die Kritiker begeistert aufgenommen hatten. Immer häufiger luden ihn kanadische Musiker ein, an ihren Alben mitzuarbeiten. Aus seiner vollen Stelle als Lehrer wurde allmählich eine Teilzeitbeschäftigung, bis er den Job ganz an den Nagel hing und zu dem Leben zurückkehrte, das er mit dem Umzug nach Kanada hinter sich zu lassen gedacht hatte.

Dieses Leben hatte der in den 60ern im irischen Getto Birminghams geborene Sohn irischer Einwanderer als Profimusiker in England verbracht. Eine kulturelle Doppelidentität, die ihn geprägt hat und den roten Faden seines aktuellen Albums

Plastic bildet: „Ich bin so oft als plastic pady' bezeichnet worden und ich habe jetzt erst herausgefunden, dass es etwas Gutes ist, zwei Kulturen anzugehören,“ heißt es da noch aufgeräumt im Vorwort zum Titelsong

Plastic.

Die Songs klingen oft etwas trauriger, verlorener, ängstlicher und sehnsüchtiger. Songs, die auch stilistisch O'Brians Doppelidentität angenehm repräsentieren. Die Dramaturgie des britischen Pop trifft auf die Emotionalität und Ziselierung irischer Traditionals. Qualitäten, die der Autodidakt während seiner langen Lehrjahre seit dem 16. Lebensjahr in den Pubs und Clubs zwischen England, dem Mittleren Osten und den USA gelernt hat und die O'Brian, nachdem er irgendwann im Spannungsfeld zwischen Dienstleistungsmucke und Selbstverwirklichung ausgebrannt die Segel strich, in Kanada wiederentdeckte. Durch seine Stimme, die aufs Feinste zwischen Luka Bloom und Kieran Goss butterweich flottiert, gewinnen die klugen Arrangements zusätzlich an Intensität und Schönheit.

Anders als gewohnt tritt der kanadische Anglo-Ire nicht solo oder mit seiner Familienband auf, sondern wird auf seiner zwölf Stationen umfassenden Deutschlandtour vom Uli Kringler Trio begleitet. Möglicherweise ein Glücksfall, gehört der Hamburger Gitarrist und Komponist, der über 25 Jahre als Saitenarbeiter in den Bands von Ulla Meinecke, Pe Werner und Julian Dawson aktiv war, doch zu den besonders feinfühlig-lautmalerischen Vertretern seiner Zunft.

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