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Kultur Woog Riots: Elektro-Pop-Tandem in Kiel
Nachrichten Kultur Woog Riots: Elektro-Pop-Tandem in Kiel
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12:52 30.03.2019
Von Thorben Bull
Das Elektro-Pop-Duo Woog Riots um Silvana Battisti und Marc Herbert aus Darmstadt spielt im Prinz Willy in Kiel. Quelle: Michael Kaniecki
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Kiel

Der erste Eindruck

Battisti hat ein Faible für ungewöhnliche Instrumente. Sie bediente beim Opener am japanischen Otamatone, später am Stylophone oder auch an einem Mini-Keyboard. Bühnenpartner Marc Herbert lieferte dazu klare Gitarrenakkorde. Beats gab es aus der Konserve. Die Herangehensweise des Tandems befand sich weit entfernt jeglichen Einheitsbreis – und das war/ist gut und mutig zugleich.

Die Musik

Als würden sich Kraftwerk, Art Brut und die Bondage Fairies (nur ohne den Overdrive) zu einem Soundhybriden vereinen. Somit entstand ein zweistimmiger Elektro-Pop mit eigenwilligem Charakter. Allerdings müssen sich Woog Riots den Vorwurf gefallen lassen, dass ihre Songs stromlinienförmig verliefen, wenige der Innovation zuträgliche Brüche aufweisen konnten und das Midtempo zu sehr dominierte.

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Das Publikum

Diejenigen, die da waren, wurden mit einbezogen. Zum Titelsong der aktuellen sechsten Platte „Cut-up and Paste“ verteilten die Protagonisten, für den zum Sound passenden optischen Effekt, Spektralbrillen. Auch ein Weg die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten, denn Woog Riots war die Botschaft ihrer Lieder wichtig.

Was in Erinnerung bleibt

Für den Anti-Rassismus-Song „To All You Racists“ gesellte sich das Tandem zum Publikum. Unmittelbarer ging es dann wirklich nicht mehr.

Fazit

Dem Umstand geschuldet, dass nur wenige den Weg ins Prinz Willy fanden, war es natürlich ein Ding der Unmöglichkeit für Woog Riots mit ihrem besonderen Liedgut eine spezielle Stimmung zu erzeugen. Schöner, als mit der folgenden Zeile aus „Rain“, konnte man den Konzertabend dann aber trotzdem nicht zum Abschluss bringen: „Let it shine inside your heart!“

Kai-Peter Boysen 30.03.2019
Thomas Bunjes 30.03.2019