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Kultur Protest zahlt sich aus
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20:25 22.07.2014
Von Lutz Timm
Oratorium statt Popmusik: Einige unzufriedene Elton-John-Fans erhalten Karten für Mendelssohns Elias. Quelle: PFN
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Kiel

Am 31. August können sie sich das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Sparkassen-Arena anhören.

 „Ich habe mit dem Veranstalter ein sehr nettes Gespräch geführt“, berichtet Brigitte Wrobel zufrieden. „Es trifft eigentlich die Verkehrten. Trotzdem ist es eine ganz feine Geste.“ Das Konzert des englischen Popstars vor rund zwei Wochen hatte die 67-Jährige frühzeitig verlassen. Mit anderen Konzertbesuchern sammelte Wrobel Unterschriften, um sich das Eintrittsgeld erstatten zu lassen. „Ich dachte, die Geschichte läuft gen Null, weil die Tontechniker von Elton John schuld waren. Aber es lief sehr nett“, so Wrobel. Sie werde jetzt treue Besucherin des Festivals bleiben und spricht von „super Bemühungen um die Kundschaft“.

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 Bettina Brinker, Pressesprecherin des SHMF, teilte unserer Zeitung mit: „Wir haben überwiegend positive Resonanz auf das Elton-John-Konzert bekommen. In begründeten Ausnahmefällen suchen wir nach individuellen Lösungen.“

 Zu den „begründeten Ausnahmefällen“ gehören offenbar auch die übrigen Unterzeichner. „Als Geste hätte ich eine Elton-John-CD nett gefunden. Aber die Karten für „Elias“, die uns nach dem Anruf angeboten wurden, sind natürlich noch besser“, findet Gabriele Schnoor aus Schönkirchen, die das Konzert nach 20 Minuten verlassen hatte. „Das war kein Kunstgenuss. Aber die Reaktion ist toll. Es hätte mich verprellt, wenn nichts gekommen wäre.“

 Auch für Jürgen Schiedeck war bei Elton John nach zehn Minuten Schluss: „Es war ein Klangbrei – trotz Watte in den Ohren.“ Jetzt möchte der Melsdorfer auch eine Ersatzkarte bekommen. Er sehe den Veranstalter in der Pflicht, auch wenn die Verantwortung bei anderen gelegen habe.