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Kultur Saša Stanišic wird ausgezeichnet
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15:48 09.10.2019
Von Ruth Bender
Für "Herkunft", eine deutsch-bosnische Spurensuche, erhält Sasa Stanisic den Fallada-Preis. Quelle: Jan Woitas
Neumünster

Ausgezeichnet wird mit dem Preis auch der im Frühjahr im Luchterhand Verlag erschienene Prosaband Herkunft, mit dem der Autor bereits im März im Literaturhaus in Kiel zu Gast war.„Stanišic schickt in seinem autofiktionalen Text Herkunft den Ich-Erzähler auf Expeditionen in den Erinnerungsschatz seiner Familie, der sich über drei Generationen hinweg bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs erstreckt“, so die Begründung der Jury. Dabei vernetze er die Demenz der Großmutter auf virtuose Weise mit den Spurengängen des Erzählers in die Vergangenheit. „Dies alles geschieht in einer offenen, wunderbar geschmeidigen Erzählform und einem spielerischen Sprachgestus, der die bitteren Momente migrantischer Erfahrung zärtlich und ohne billigen Trost aufbewahrt.“

Saša Stanišic, 1978 in Visegrad im damaligen Jugoslawien geboren, kam mit seiner Familie auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg 1992 nach Heidelberg, wo er später Slawistik und Deutsch als Fremdsprache studierte. Furore machte er 2006 mit seinem literarischen Debüt, dem autobiografischen Band Wie der Soldat das Grammofon repariert. Seither hat der Schriftsteller, der mit seiner Familie in Hamburg lebt, eine ganze Reihe literarischer Auszeichnungen erhalten, darunter den Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs (2005), den Alfred-Döblin-Preis (2013) und den Preis der Leipziger Buchmesse (2014). Der mit 10 000 Euro dotierten Fallada-Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, wird am 10. März 2020 in Neumünster vergeben.

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