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Kultur Punk, Party und Politik mit Feine Sahne Fischfilet
Nachrichten Kultur Punk, Party und Politik mit Feine Sahne Fischfilet
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12:29 30.11.2018
Von Kai-Peter Boysen
Foto: Feine Sahne Fischfilet beim ersten ihrer zwei ausverkauften Gastspiele in der Halle 400.
Feine Sahne Fischfilet beim ersten ihrer zwei ausverkauften Gastspiele in der Halle 400. Quelle: Manuel Weber
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Kiel

Getreu dem Motto „Alles auf Rausch“ feierten die Fans eine Party mit der Punkband Feine Sahne Fischfilet in der Kieler Halle 400.

Der erste Eindruck

Draußen neben der Menschenschlange ein paar verwaiste Bierflaschen, gespannte Vorfreude im gut gemischten Publikum vom Altpunk bis zum Teenager.

Achtungsapplaus für die Vorband Alarmsignal aus Celle, dann bereits Crowdsurfing, bevor Feine Sahne Fischfilet überhaupt auf der Bühne sind. Ein paar Anheizsongs vom Band, dann fällt der Vorhang und es heißt „Zurück in unserer Stadt“.

Das Programm

„Sturm und Dreck“ heißt das neue Album, das es bis auf Platz Drei der Media-Control-Charts schaffte und hier ausgiebig zitiert wird. Die linke vorpommersche Band hat auch früher schon in Kiel gespielt, steht jetzt aber durch die mediale Aufmerksamkeit (Absage des Bauhaus-Konzerts nach rechten Protesten) und den Film „Wildes Herz“ im Fokus der Begeisterung und dementsprechend auf größeren Bühnen.

Ihr Zuhause nahe Rostock mag strukturschwach und von vielen nationalstolzen Gestalten besiedelt sein, die Band um Frontmann Jan „Monchi“ Gorkow (Der bessere Sänger ist Gitarrist Christoph Sell) ist stark und zeigt engagiert Herz für Menschlichkeit, Meer, Meck-Pomm und mit „Niemand wie ihr“ hat „Monchi“ sogar ein Lied für seine Eltern geschrieben.

Das Publikum 

Massiv euphorisiert vom ersten bis zum letzten Ton. Im Grunde ist das gesamte Publikum ständig in Bewegung. Pogo, Hüpfen, Kopfnicken und irgendwo taucht immer gerade ein Bein eines Crowdsurfers auf oder unter.

Die Fahne Mecklenburg-Vorpommerns wird gezeigt, „Geschichten aus Jarmen“ („We Are Wasted in Jarmen“) wird ohrenbetäubend laut mitgesungen und die ins Publikum geworfenen (Plastik-) Bierflaschen zügig geleert.

Zum Schluss sind alle dem letzten Song gemäß „Komplett im Arsch“. Das kann sich auch gut anfühlen.

Was in Erinnerung bleibt

Rein physisch beachtlich, dass der nicht eben schlanke „Monchi“ zum Crowdsurfing ansetzt und tatsächlich einige Meter getragen wird.

Im Ganzen betrachtet war die Veranstaltung ein energetischer Willkommensgruß für eine Band, die auch bei starkem Gegenwind ihren Weg fortsetzt.

Fazit

Keine Zwischenfälle, keine Drohungen, ein ganz normales Punkkonzert alter Schule mit Texten, die keineswegs Anlass zu Protesten geben. Das mag früher mal anders gewesen sein, aber wer jung ist, überschreitet auch mal Grenzen.