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Kultur Festival-Schlussstrich und Senat-Neustart
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13:00 15.07.2016
Von Konrad Bockemühl
aug: Michael August - Aida

Im nichtöffentlichen Teil wird dann über die neue Zusammensetzung des Kultursenates abgestimmt, dessen jähe Reform bei altgedienten Mitgliedern für allerlei Unmut gesorgt hatte und jetzt durch eine Nachtragssatzung nachträglich legitimiert wird: Aus 14 mach 7.

 Die schon seit längerem von Kulturpolitikern der CDU-Fraktion vorangetriebene Idee einer Philharmonischen Open-Air-Konzertreihe mit Orchestern etwa aus Partner- und befreundeten Städten im In- und Ausland auf dem Rathausplatz hat Anfang des Jahres nicht nur zu einem Interfraktionellen Prüfauftrag an die Verwaltung, sondern auch zu unverständigem Kopfschütteln in der Musikszene geführt. Denn man muss kein Experte sein, um die enormen Kosten so einer völkerverbindenden Sommerbespielung zu erahnen: Wetterfeste Bühne, Beschallung (Zitat der Verwaltung: „Im gewissen Umfang müssen im öffentlichen Raum und unter freiem Himmel Konzertsaalbedingungen hergestellt werden“), Technik und Tribüne, Honorare für die Orchester in deren Ferienzeit, Reisekosten, dabei Wetter- und Nachfragerisiken, Organisationsaufwand, dazu vielfache Konkurrenz, etwa durch das SHMF ... Und last but noch least 500 Meter weiter ein sanierungsbedürftiger Konzertsaal. Auch wenn alle diese Knackpunkte nach städtischer Sondierung bei Konzertveranstaltern, Bühnen- und Theaterexperten ganz sachlich aufgelistet und aufgerechnet werden, ist daraus nur eine knackige Schlussforderung zu ziehen: Völlig unrealistisch und letztlich auch völlig unnötig. Es gibt in Kiel kein kulturelles Sommerloch. Es wäre kontraproduktiv, im Jahr ohne Sommeroper dem Sommertheater am Seefischmarkt nun auf dem Rathausplatz konzertant Paroli bieten zu wollen. Gut gemeint, aber gar zu hemds- bzw. blusenärmelig angedacht war diese Initiative.

 Substantieller ist die Reform des Kultursenats, auch wenn sie mitten in der Amtszeit unnötig übers Knie gebrochen wurde und damit manch bis dato engagierten Senator frustriert hat. Jetzt also geht es um die neue, verknappte, aber gewollt effizientere Besetzung, um frische Initiativen und Impulse. Die Sorge der „alten“, dass „fast ausschließlich angestellte Personen aus öffentlich finanzierten Einrichtungen künftig im Senat sitzen sollen“ und damit das Ehrenamt entwertet werde, liegt auf dem Tisch. Die Liste mit den vom Kulturdezernenten vorgeschlagenen Namen für den neuen Senat, neben den drei Kieler Hochschulpräsidenten Kipp, Beer und Zerbst, offiziell noch nicht. Aber es kursieren, eigentlich wenig überraschend, die des Generalintendanten Daniel Karasek, der CAU-Kunsthallendirektorin Anette Hüsch, des freien Schriftstellers Feridun Zaimoglu und der Lehrerin und Sängerin („Tiffany“) Hanne Pries. Profis. Kulturelle Kompetenz ist ihnen ganz sicher nicht abzusprechen. Ebenso wenig eine mehr oder weniger feste Rolle und Verankerung im Kieler Kulturleben. Das muss den Blick fürs große Ganze nicht versperren.

Es war kein leichter Umzug, mitten im Spielzeitgeschehen, mitten in der politischen Diskussion. Aber Generalintendant Peter Grisebach fühlt sich mit seinem Schleswig-Holsteinischen Landestheater gut angekommen am neuen Hauptsitz und künftig einzigen Schauspiel-Produktionsstandort Rendsburg.

Konrad Bockemühl 15.07.2016

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