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Kultur Spokenwords.SH: Wortfest bewegt den Norden
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12:03 06.09.2016
Von Ruth Bender
Sprachspieler und Aprilscherz: Der Franzose PoiSon d’Avril aus Nantes ist schon beim Warm Up im Literaturhaus dabei. Quelle: Uwe Lehmann
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Kiel

Sie lebt von Rhythmus und Tempo, von Improvisation, Wortspiel, Slang und nicht zuletzt der Persönlichkeit des Interpreten: Spokenword ist eine Live-Kunst mit etlichen Facetten. Und die Texte, die dabei präsentiert werden, sind so vielfältig wie die gesamte Szene. „Für die Bühne eignen sich alle Textformen“, sind sich Björn Högsdal und Stefan Schwarck einig und wollen die Vielfalt mit einem international besetzten Festival (22. bis 25. September) quer durch Schleswig-Holstein zeigen. Dass das Format boomt, beweisen die Schlangen, die sich regelmäßig zum Poetry Slam in Kiel vor der Pumpe bilden. Was die Macher optimistisch weiterdenken lässt: Sie sehen die Zukunft des Festivals für Bühnenliteratur, gefördert von Stadt und Land und unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Torsten Albig, schon als feste Institution im jährlichen Turnus.

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20 Künstler von den USA bis Estland und von England bis Schweden haben die beiden Urgesteine der Kieler Poetry-Slam-Szene für die erste Ausgabe von Spokenwords.SH eingeladen. „Die Vernetzung der Szene über die Grenzen hinweg ist ziemlich eng“, sagt Stefan Schwarck. Tradition haben die aus den regelmäßigen Slammer-Treffen entstandenen Verbindungen nach Nantes – und entsprechend sorgen Poison d’Avril, Monsieur Mouch und Björn Högsdal schon am 21. September für ein Warm-Up im Literaturhaus. Auch in der skandinavischen Szene, aus der Olivia Bergdahl (Göteborg) und Peter Dyreberg (Kopenhagen) kommen, kennt man sich aus. Und Tim Stafford, Slam Champion aus Chicago, und der Londoner Harry Baker, dessen Show 2015 beim Edinburgh Fringe Festival zur besten Spokenwords Performance gewählt wurde, sind gute Bekannte: „So hat sich das Programm quasi von selbst ergeben.“
Möglichst kontrastreich soll das Wortfest, das in Kiel, Flensburg, Rendsburg, Neumünster und Lübeck läuft, werden. Aus Wien ist Yasmin Hafedh dabei, aus Polen kommt der in Birmingham lebende Bohdan Piasecki, aus Estland Jaan Marlin. Mit dem Duo Pauline Füg und Tobias Heyel alias Großraumdichten ist das dienstälteste Poetry Slam-Team im deutschsprachigen Raum im Einsatz. Auch Bas Böttcher oder Mona Harry gehören zu den guten Namen der Szene. Und natürlich kommt neben den selbst slammenden Festivalorganisatoren auch der ein oder andere Lokalmatador (Helge Albrecht) zu Wort.

Auftakt in Neumünster, dann geht es durch Kiel und Rendsburg

Gleich neun Autoren/Performer, darunter Stafford, Baker, Toby Kunze und Maria Victoria, Schleswig-Holsteinerin mit russischen Wurzeln, treten zur Eröffnung am 22. September in der Werkhalle Neumünster an. Die Veranstaltung, die auch den Kunstflecken eröffnet, ist übrigens schon vor dem offiziellen Vorverkaufsstart ausverkauft. In Kiel loten die Berliner Wolf Hogekamp und Broca Areal tags darauf in der Pumpe mit Poetry-Clips und Sound-Performance ihre eigene Spielart aus, während Böttcher unter dem Titel Young Voices mit dem Kieler Spokenword-Nachwuchs auftritt – nur ein Teil im Rahmenprogramm mit Workshops an Schulen und Live-Acts für Kinder. Sprachprobleme sehen die Festivalorganisatoren übrigens nicht. In schwierigen Fällen wird der Text übersetzt und per Beamer eingespielt. „Aber globales Englisch funktioniert immer“, so Schwarck. „Und ansonsten gilt: Wenn Sie ein Gedicht nicht verstehen, dann spüren Sie es.“
Von Performance-Poesie über vertonte Lyrik bis zum Rap kommen mit Stafford, Hafedh, Großraumdichten und Olivia Bergdahl bei der Gala in der Pumpe (24. September) nochmals alle Stile zum Einsatz. Und auch die Abschluss-Matinée zeigt sich grenzübergreifend: Am 25. September treffen die Wortkünstler auf die Nord Art in der Carlshütte in Büdelsdorf.

Karten für das Spokenwords.SH-Festival

Karten für diverse Veranstaltungen des Spokenwords.SH-Festival erhalten Sie im Ticket-Shop in der Kundenhalle der Kieler Nachrichten am Asmus-Bremer-Platz.

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