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Kultur Weltoffen und mit Picknick-Charakter
Nachrichten Kultur Weltoffen und mit Picknick-Charakter
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07:34 01.09.2019
Von Thorben Bull
The toten Crackhuren im Kofferraum Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

Die weltoffene Veranstaltung mit Picknick-Charakter (Auftakt um 14 Uhr) wird neben der vielfältigen, musikalischen Unterhaltung eben auch von den Gästen kreiert. Auf ihren Decken wird mit Karten- und Brettspielen geknobelt, eine junge Dame demonstriert ihr Können an Jonglierkeulen. Zu vorgerückter Stunde ist das in Bühnennähe nicht anders. Es wird weiter auf den mitgebrachten Sitzutensilien entspannt, während die Rapperin Haszcara unterstützt von DJ Freshfluke ihre Punchlines den Tanzwilligen entgegenpfeffert. Ihr minimalistischer Stil erinnert zuweilen an den angesagten Yung Hurn, gerne nimmt sie das Tempo raus, nur um dann umso schlagkräftiger nachzulegen.

Die junge Wahl-Berlinerin sorgt somit für einen nahtlosen Feier-Übergang für den basslastigen, stampfenden Elektropunk von The toten Crackhuren im Kofferraum. Der auf Krawall gebürstete Dreier weiß, allein schon aufgrund ihres Bandnamens, natürlich um ihre polarisierende Art, die gar so manchen Moralapostel auf den Plan rufen könnte. Drei sehr junge Mädchen aus der ersten Reihe ehren The toten Crackhuren im Kofferraum als „neue Crackhuren-Generation“ und holen sie zu ihrem wohl bekanntesten Song „Ich und mein Pony“ auf die Bühne

Stimmung bestens, Party im Gang

Na gut, denn man muss ihnen lassen, dass die Selbstironie stets mitschwingt. Lulu, Ilay und Reeni wollen ja den erhobenen Zeigefinger erzwingen. So sind die Berliner Mädels ebenfalls gegen staatliche Institutionen angriffslustig, deuten mit „Jobcenterfotzen“ überhebliches Verhalten der Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit an. Musikalisch wie lyrisch ist das zwar alles in simplen, wiederholenden Strukturen gehalten, doch wer fragt schon danach, wenn die Stimmung bestens ist und die Party im Gang?

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