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Kultur Alle wollten Thees Uhlmann sehen
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00:29 03.09.2014
Von Kai-Peter Boysen
Thees Uhlmann begeisterte beim Festival am Strand das Publikum. Quelle: Kai-Peter Boysen
Kiel

Kocky vom veranstaltenden Anstatt e.V. zeigte sich insbesondere davon angetan, dass das bunte Programm bereits nachmittags viele Besucher, insbesondere Familien, auf dem Gelände gelockt hatte, auf dem abends als Headliner der Ex-Tomte-Frontmann Thees Uhlmann eine Akustik-Show spielte.

Ins Leben gerufen wurde die von zahlreichen Organisationen unterstützte und vielen ehrenamtlichen Helfern durchgeführte Veranstaltung, um auf Neonazi-Aktivitäten aufmerksam zu machen und ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Das Skagerrakufer hatte sich zu einem regelmäßigen Nazi-Treffpunkt entwickelt; das schrie danach, genau an diesem Ort einen Gegenpol zu schaffen.

Für die dritte Auflage des FakS hatten sich wieder zahlreiche Künstler bereit erklärt, die Idee zu unterstützen und so betrat am Sonnabend als Erster der Ex-Tomte-Bassist Christian Stemmann alias St. Emmi die Bühne. Zur Akustikgitarre setzte er bei milden Temperaturen ein erstes Ausrufezeichen, dem anschließend die Kieler Band Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen noch einige hinzufügte. Seit sieben Jahren spielen Jochen Gäde (Gitarre, Gesang), Steffen Frahm (Schlagzeug, Gesang, Gitarre) und Bassist Lars Stuhlmacher zusammen und nie waren sie so wertvoll wie heute. Mit wunderbar schrägen Alltagsbeobachtungen und philosophischen Exkursen geht das Elektropunk-Trio seinen eigenen Weg, dessen vorläufigen Gipfelpunkt das neue Album „Postsexuell“ darstellt.

Morgens zogen die Veranstalter des Festivals am kleinen Strand in Friedrichsort noch die Stirn kraus angesichts des regnerischen Wetters. Doch vor allem Petrus` Einsehen sorgten dafür, dass sich doch noch viele Besucher bei „Musik, Gemüse und warmem Wasser gegen Nazis“ am Skagerrakufer einfanden.

Als schließlich Thees Uhlmann die Bretter betrat, war der Platz vor der Bühne prall gefüllt. Der Niedersachse mit Kieler Zivi-Hintergrund spielte, erzählte und zeigte sich großherzig, als er einem Punkpärchen auf Lebenszeit freien Eintritt zu seinen Konzerten versprach. Höhepunkt war die Bühnen-Wiedervereinigung von Tomte mit Uhlmann, Stemmann und Ex-Drummer Alex Bodenstein für drei Songs.

Anschließend sorgten Rumba Santa, Miwata und Soulfire HiFi bis in die Nacht für gute Stimmung und eine feine Festivalatmosphäre.

Die Zahlen der Vorjahre konnten laut Kocky nicht ganz erreicht werden, aber ohne Zweifel wird es auch im nächsten Jahr „Musik, Gemüse und warmes Wasser gegen Nazis“ geben.