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Kultur Frauenparadies: „Das Mädchen, das lesen konnte“
Nachrichten Kultur Frauenparadies: „Das Mädchen, das lesen konnte“
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18:03 09.01.2019
Verliebt in den einzigen Mann: Violette (Pauline Burlet). Quelle: Foto: Filmkinotext
Hannover

Wenn die beste aller Welten weiblich ist, dann leben die Frauen in diesem Film wohl in beinahe paradiesischen Zuständen. Schauplatz des Dramas „Das Mädchen, das lesen konnte“ ist ein kleines Bergdorf in der Provence Mitte des 19. Jahrhunderts. Alle Männer sind von den Soldaten Napoleon III. verschleppt oder getötet worden.

Eine Utopie und ein ungewöhnlicher Pakt

Den zurückgebliebenen Frauen gelingt es mit vereinten Kräften, die landwirtschaftlichen Arbeiten zu bewältigen. Sie sind zunehmend stolz auf ihre Unabhängigkeit, sehnen sich aber dennoch nach einem Mann – auch um den Fortbestand des Dorfes zu sichern. Die heiratsfähigen Frauen um Violette (Pauline Burlet) fassen deshalb einen Entschluss: Sollte eines Tages ein Mann ins Dorf kommen, wollen sie ihn schwesterlich teilen – in jeglicher Hinsicht.

Und dann taucht Jean (Alban Lenoir) auf, ein Schmied auf Wanderung. Violette nimmt ihn auf, versorgt ihn und verliebt sich sogleich in ihn. Als ihre Geschlechtsgenossinnen auf Einhaltung ihres ungewöhnlichen Pakts bestehen, droht die weibliche Utopie zu Ende zu gehen.

Bei Marine Francen sind die Frauen wirklich freie Geister

Diese scheinbar märchenhaft feministische Geschichte basiert angeblich auf Fakten, die allerdings schwer zu überprüfen sind: Der Film entstand nach der Autobiografie der südfranzösischen Bäuerin Violette Ailhaud, die darin das notgedrungen matriarchalische Leben in ihrem Dorf Mitte des 19. Jahrhunderts schildert.

Regisseurin Marine Francen zeichnet das Zusammenleben in dieser Gemeinschaft mit spürbarer Sympathie, hier sind die Frauen wirklich freie Geister. Zugleich erzählt sie eine schöne Liebesgeschichte, auch wenn die Umstände leider ein Happy End verhindern.

Von Ernst Corinth

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