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Kultur „Wir sind Champions“: Teamarbeit ist alles
Nachrichten Kultur „Wir sind Champions“: Teamarbeit ist alles
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06:01 19.09.2018
Der Trainer stellt sich vors Team: Marco (Javier Gutiérrez, l.). Quelle: Foto: Concorde
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Hannover

Marco, Co-Trainer einer spanischen Erstliga-Basketballmannschaft, ist ein Besserwisser mit kurzer Lunte. Nach einem Streit mit dem Cheftrainer wird er von seinem Posten suspendiert. Er ertränkt seinen Frust in Alkohol, wird prompt von einer Polizeistreife gestoppt – und bei diesem einen Fehlverhalten bleibt es nicht. Das Resultat: Marco hat die Wahl zwischen zwei Jahren Knast und 90 Tagen gemeinnütziger Arbeit. Der Verurteilte entscheidet sich dafür, die aus geistig Behinderten bestehende Basketballmannschaft „Amigos“ zu trainieren.

Den „Amigos“ ist vor allem der Spaß am Sport wichtig

Wie die Story des spanischen Publikumshits „Wir sind Champions“ weitergeht, ist klar. Stellvertretend für den Zuschauer erkennt Marco die Vorurteile und Schwierigkeiten, mit denen Gehandicapte konfrontiert sind.

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Seinen Mannen, die von einer resoluten Frau mit Down-Syndrom ergänzt werden, kommt es gar nicht so sehr aufs Siegen an. Wichtiger ist der Spaß am Spiel und dass man als Team funktioniert. Marcos Blick auf sich selbst beginnt sich zu verändern.

Hauptdarsteller Javier Gutiérrez gelingt es, die Wandlung seiner Figur zu vermitteln. Seine tatsächlich beeinträchtigten Mitakteure sind mit Freude bei der Sache. Aber „Wir sind Champions“ möchte auch eine politisch nicht allzu korrekte Komödie sein.

Längst nicht jeder Gag des Films landet im Korb

Und da sieht die Bilanz nicht so rosig aus. Längst nicht jeder Gag landet im Korb. Ebenfalls entbehrlich erscheinen die Eheprobleme, mit denen Regisseur Javier Fesser den Trainer belastet. Ein Basketballspiel dauert – mit Unterbrechungen – durchschnittlich 90 Minuten. Das wäre auch für diesen Film ausreichend gewesen.

Von Jörg Brandes / RND