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Kultur Freilichtbühne im Ausnahmezustand
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10:50 24.06.2019
Von Thomas Richter
Kitty, Daisy & Lewis live auf der Bühne der Freilichtbühne Krusenkoppel. Quelle: Manuel Weber
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Kiel

Der erste Eindruck

Den Durham-Sprösslingen war der Rock 'n'Roll nun mal wirklich an der Wiege gesungen. Zumindest spielte er bei den Eltern der drei Geschwister aus Kentish Town, London, eine große Rolle. Mama Ingrid Weiss sorgte als ehemalige Schlagzeugerin der britischen Post-Punk Helden The Raincoats für ordentlich Aufsehen und auch Papa Graeme Durham erntete als Musiker manche Meriten. Die Liebe zu den ehrwürdigen Meistern des frühen Blues, Rock, Rockabilly, Western oder Swing von den späten 40ern bis zu den 60ern einte die ganze Mischpoke und führte dazu, dass der Nachwuchs auf analogen Vintage-Instrumenten im Elternhaus freiwillig und gerne probte und seit dem Teenageralter au der Bühne stand. Viel von dieser Aura,  dem knackige Retro-Charme jenseits nostalgischer Schwärmereien, dem vorwärts preschenden Esprit der (immer noch) jungen Musiker ist erhalten, auch wenn das Trio auf der aktuellen Scheibe „Superscope“ und beim Konzert einen deutlichen Schritt in Richtung Funk und Ska macht, was einige Zuschauern im genuinen Rockabilly-Outfit irritiert haben könnte.   

Das Programm

Das jüngste Werk steht im Zentrum des Gigs, der mit dem Funk-Rock Kracher „Slave“ zielsicher startet. Daisy an den Drums drischt rigoros auf die Felle, Kitty groovt an der Gitarre, spielt Mundharmonika und singt, während Bruder Lewis am Keyboard, dem er von Moog bis Piano authentische Klänge entlockt, wirbelt. Dieses Line-up wird sich während der kommenden 90 pausenlosen Minuten stetig verändern, in geschwisterlicher Zuneigung wechselt jeder beizeiten ans Spielzeug des anderen, ein wunderbares Hin und Her. Im Hintergrund sorgen ein exzellenter Tour-Bassist und Vater Graeme an der akustischen Gitarre unaufdringlich aber wirkungsvoll für Stabilität. Von der aktuellen Scheibe stehen auch die  Ska-Rakete „The Game Is On“, der Rolling-Stones-artige Bluesrocker „Black Van“, die vollmundige R‘n‘B Schönheit „You're So Fine“ oder die schmachtende Ballade „Just One Kiss“ auf der Setlist. Allerdings fanden auch ältere Songs aus den seit 2008 insgesamt vier LP-Veröffentlichungen der Band den Weg auf die Bühne. Die irrwitzig schnelle Jump-Blues Nummer „Buggin' Blues“ etwa oder „Don't Make A Fool Out Of Me“. Nicht nur Letzterem verlieh der großartige Gastmusiker Eddie „Tan Tan“ Thornton mit der Trompete viel karibisches Feuer.

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Das Publikum

War aus dem Häuschen. Schon während des Konzerts wurde nach und nach vor der Bühne und auf den Steinbänken ausgelassen getanzt. Mit dem Zugabenblock, den die Band mit dem Canned Heat-Klassiker „Going Up The Country“ einläutete, wurde das Konzert dann zu einer überschwänglichen Fiesta, der Kitty und Lewis beim finalen Johnny Horton- Rockabilly-Prachtstück  „Mean Son Of A Gun“ in der Menge singend und rockend die Krone aufsetzten.  

Fazit

Ein fantastischer Abend, für die Band der erste in Kiel und gleichzeitig das Tourfinale. Das Publikum zeigte stürmische Resonanz auf eine Band, die sich authentisch und mit ganzem Herzen vor der musikalischen Vergangenheit verneigt, ohne dabei auf der Stelle zu treten. Großes Kino.

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