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Kultur Fünf Künstler im Brunswiker Pavillon: Assoziationen zu Schmerz
Nachrichten Kultur Fünf Künstler im Brunswiker Pavillon: Assoziationen zu Schmerz
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17:24 16.06.2009
Kiel

Initiatorin der Schau ist Ann Carolin Zielonka. Inspiriert durch die Lektüre Das Lied der traurigen Mutter von der Rumänin C.F. Banciu, schuf sie einen mit Reißnägeln gespickten Helm, der sich schützend über ein goldfarben schimmerndes Ei wölbt. „Damals hatte ich die Idee, eine Ausstellung über den Schmerz zu organisieren“, so die gebürtige Heidelbergerin. Vier Gäste hat sie eingeladen, die auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Thema umgehen.

Blickfang für den Ausstellungsbesucher ist eine wächserne Gestalt, die, in ein weißes Tuch gehüllt, im Raum schwebt. Weiße Fäden tragen den leichenblassen Körper und scheinen ihn himmelwärts zu heben.

Sulamith nennt Waltraud Stalbohm die Plastik - angelehnt an eine Zeile aus Paul Celans Todesfuge. Auslöser für die sensible Arbeit war das Foto einer im KZ ermordeten Frau: „Ich hatte den Gedanke, sie quasi aufzuheben und ihr stellvertretend für alle anderen ihre Würde wiederzugeben.“

Zarte Metaphern für Verletzung und Schmerz hat Marei Lehner gefunden. Die Bildhauerin und Grafikerin, Schülerin von Jan Koblasa und Ekkehard Thieme, lässt ein Gespinst aus Dornenkronen von der Decke schweben. Ein fragiles Tonobjekt zeigt die zerbrochene Hülle einer Halbfigur in Rückenansicht.

Die Kunst von Kai Niebuhr ist ohne den virtuosen Einsatz von Nadelstichen nicht denkbar. Seine großformatigen, abstrakten Figuren, die er mit der Nähmaschine auf die Leinwand „zeichnet“, lassen durch ihr zerfetztes, zerfasertes Äußeres zwangsläufig an Verletzungen denken. Voller innerer Spannung sind auch die Fotografien von Chris Kremberg. In den riesigen Hallen auf Kampnagel hat sie bühnenartige Situationen vorgefunden, in denen sie ihre Aufnahmen mit Tänzern inszeniert. Den Menschen zeigt sie als kauerndes Einzelwesen: verschnürt, vermummt, verhüllt und verloren - wie weggeworfen.

Die Harfenistin Jana Bouková hat kurzfristig ihre Teilnahme am 9. Kieler Philharmonischen Konzert mit der Uraufführung des

Harfenkonzerts von Krytof Maratka abgesagt.

16.06.2009

Das Mädchen kniet auf allen Vieren. Verstört blickt es vor sich hin. In seinem weißen Nachthemd erinnert es an die selbstverlorene Gestalt in Café Müller, die die fast 69-jährige Pina Bausch noch immer selber tanzt. In Wuppertal feierte ihr neues, noch titelloses Stück Uraufführung.

15.06.2009

Der mit 35000 Euro dotierte Pegasus Preis geht in diesem Jahr an das Hamburger Ohnsorg-Theater. Insbesondere die Inszenierung

Misery von Klaus Engeroff habe die unabhängige Jury beeindruckt, teilte ExxonMobil gestern in Hamburg mit.

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