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Kultur Kunst im Forschungsmodus
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09:40 08.06.2019
Von Sabine Tholund
Jahreszeig 2019 mit Dieter Stolte, Zuzana Hlináková, Ulrich Behl, Susan Walke. Vorn links eine Arbeit von Hendrik Lörper. Quelle: Marco Ehrhardt
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Kiel

So versucht er, die – in jeder Hinsicht komplett unterschiedlichen – Exponate thematisch unter einen Hut zu bringen. Den Versuch ist es wert. Er selbst kokettiert augenzwinkernd mit magischen Fähigkeiten, da er „Dinge aus dem Verborgenen in Erscheinung“ bringt. Seine Reihe von Objektkästen hat er erweitert und farbige Gegenstände unter einer Haube von milchig-trübem Acrylglas versteckt. Wo sie das Glas berühren, werden ihre Umrisse scharf, je weiter sie davon entfernt sind, scheinen sie sich aufzulösen.

Bewegte Kunst in Klein und Groß

Susan Walke zeigt neben einer Reihe bewegter, analoger Selbstporträts eine Fläche aus Spiegelkacheln mit verrosteten Sprungfedern, die durch elektrische Impulse minimal bewegt werden. Ebenfalls bewegt aber um ein Vielfaches raumgreifender ist die Arbeit von Hendrik Lörper. Sie besteht aus drei aufeinander liegenden Rahmenkonstruktionen, die, durch Elektromotoren angetrieben, gekippt werden, wobei sich die Kippbewegung der einen Ebene in der darüber befestigten fortsetzt. 

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Versuchsanordnung mit Blumenkohl

Vor so viel schnurrend-nüchterner Technik nimmt sich die Arbeit von Dieter Stolte vergleichsweise romantisch aus. „Am Fenster“ nennt er seine großformatige Kohlezeichnung, die in ihrer dreiteiligen Optik an ein kirchliches Triptychon erinnern könnte. Wäre da nicht das Bildmotiv, das derartige Assoziationen im Keim erstickt. Denn was auf den ersten Blick an einen heranrasenden Meteoriten oder die Darstellung des Urknalls denken lassen könnte, ist bei genauem Hinsehen ein simpler Blumenkohl ohne Blätter. „Im Grunde eine Versuchsanordung“, erklärt der Künstler lakonisch die Genese der Zeichnung. „Denn in einer bestimmten Lichtsituation bekam der Kohl auf dem Papier plötzlich eine große Dynamik.“ 

Bewusst machen, was Stein eigentlich ist

Stein ist das Lieblingsmaterial von Zuzana Hlináková. Eine Landschaft aus unterschiedlichen Erscheinungsformen des uralten Materials hat sie ausgelegt – von Bohrkernen über unbehauenen Naturstein bis zur sorgfältig polierten Bodenfliese. Um Ursprünglichkeit und Wandelbarkeit geht es der Bildhauerin in dieser spielerisch konzipierten Installation, die auch ein Stück Erdgeschichte sichtbar machen soll: „Den wenigsten Menschen, die über Fliesen gehen, ist bewusst, was Stein eigentlich ist.“ 

Holzkoppelweg 33. Eröffnung Sonnabend, 8. Juni, 18 Uhr. Bis 30. Juni. Fr 16-18, Sa und So 13 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0431/ 6434828

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