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Kultur Fulminante Soul Session
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00:33 14.09.2014
Von Thorsten Richter
MayaMo holten sich für die Feature Lounge im Metro Kino zwei Gäste auf die Bühne - unter anderem die Holländerin Aisata Blackman. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Als nämlich plötzlich Überraschungsgast Marc Breitfelder auf die Bühne kam, und mit seiner furiosen Mundharmonika Oleta Adams' R&B Schmuckstück Get Here weiter veredelte, hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Sitzen.

Dabei war der kurze Gig von MayaMos musikalischem Mitstreiter und Projekt-Kollegen Breitfelder nur das Sahnehäubchen auf einem auch ansonsten sehr attraktiven Konzert. Die seit vielen Jahren als Sängerin und Songwriterin in Kiel tätige MayaMo ist einem breiten Publikum durch ihre Teilnahme an der Casting Show „The Voice Of Germany“ bekannt.

Dass so ein nicht unumstrittenes Format nach Sendeschluss durchaus lobenswerte Früchte tragen kann, zeigten die beiden exzellenten Gäste, die sich MayaMo diesmal für die Lounge auf die Bühne geholt hat. Denn beide waren ebenfalls Kandidaten der Show. Und so was scheint zu verbinden.

Die fantastische Holländerin Aisata Blackman, eine entzückende Erscheinung zwischen funkelnder Soul Diva und sensibler Songwriterin, und der gebürtige Algerier Momo Djender, ein sympathischer Weltmusiker, dessen markant-gefühlvolles Organ an diesem Abend überwiegend im Dienste unvergesslicher Klassiker der R&B-, Soul- oder Funk -Literatur stand, gaben sich die Ehre. Trotzdem stapelte MayaMo zunächst tief, und erklärte, dass der „Session“-Gedanke bei dem Konzert im Vordergrund stehe, da Sänger und Musiker ja nur sehr wenig Zeit zum Proben gehabt hätten. Das stimmte nur bedingt.

Michael Hintz (Keyboard), Michael Kelmer (Gitarre) und Ralph Schmedeke (Percussion) spielen mit MayaMo schon in anderer Konstellation zusammen. Der sauber groovende, oft sehr pure, unaufgeregte Sound des Trios verpasste den Hits eine leicht aufgeraute, trotzdem seidige Textur und zeugte von einem musikalischen Miteinander, das nicht erst gestern entstanden ist. Dazu kommt die hohe Professionalität der Sänger, die mit der Band schnell in den Dialog fanden, sich gegenseitig den nötigen Freiraum ließen und eng beieinander waren, wenn's drauf ankam.

Auch muss man dem Tontechniker im Metro ein großen Kompliment machen, der für ein warmes, homogenes und differenziertes Klangbild sorgte. So durfte man seine helle Freude haben an Blackmans soulig swingenden, stimmgewaltigen Interpretationen etwa von Dusty Springfields Meilenstein Son Of A Preacher Man oder Michael Jacksons frühem Funk-Juwel Rock With You. Momo Djenders bgeisterte mit seiner gelenkigen und von feiner Percussionarbeit begleiteten Fassung von Bill Withers' Ain't no Sunshine oder Otis Reddings Sittin On The Dock Of The Bay.

Die Gastgeberin sorgte mit Kate Bushs Wuthering Heights für einen hervorragend gesetzten stilistischen Ausreißer, ließ aber auch bei Aretha Franklins Love Is The Key keine Wünsche offen. Leidenschaftlich intensive Eigenkompositionen der beiden Sängerinnen rundeten diesen wunderbaren Abend ab.

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