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Kultur „Dreck“ im jungen Theater im Werftpark
Nachrichten Kultur „Dreck“ im jungen Theater im Werftpark
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18:39 04.05.2017
Von Beate Jänicke
"Dreck" von Robert Schneider im Werftparktheater - Es spielt: Andreas Heßling. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Ein eindrucksvolles Erlebnis. Bereits 1993 schrieb Wagner, bekannt als Autor des Romans „Schlafes Bruder“, das Stück (UA 1993, Thalia Hamburg). Regisseurin Karolin Wunderlich, die am Theater Kiel als Theaterpädagogin arbeitet, inszenierte es bereits vor zwei Jahren. Andreas Heßling spielt in dem Monolog den jungen Rosenverkäufer Sad, der als Illegaler in Deutschland lebt, dem Land der Dichter und Denker, in das er sich als junger Student im Irak geträumt hatte und jetzt feststellt: „Ich habe kein Recht, das Wort Träume in den Mund zu nehmen – das gehört euren Katzen und Kindern!“

Die rassistischen Ressentiments, die ihm in seinem Sehnsuchtssland entgegenschlagen, die Sonderbehandlung bei der U-Bahnkontrolle wegen seine dunkleren Haut erträgt er nicht. Der Riss geht mitten durch seine Seele. Die Qual dieser Spaltung spielt Schauspieler Heßling körperlich aus, steht in ständiger Spannung. Er übernimmt die rassistischen Sprüche, diese Das-wird-man-doch-noch-sagen-dürfen-Sätze. Schwer auszuhalten ist dieser gespiegelte Hass, den Sad gegen sich selbst richtet. Die Aggressionen gegen ihn müssen ja einen Sinn haben. Alles andere wäre nicht zu ertragen – dieses Leben aber auch nicht. Ein aufwühlendes Theatererlebnis, und ein Stück, das 24 Jahre nach der Uraufführung, an Aktualität nichts eingebüßt hat.

Leuchtend farbige Werke von Emil Nolde sind ab Sonntag, 7. Mai, im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf in Schleswig zu sehen. Anlässlich des 150. Geburtstages des Künstlers eröffnet die Sonderausstellung „Nolde in der Südsee“ mit Aquarellen, Pastellen und Ölgemälden.

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