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Kultur „Man wird Teil der Familie“
Nachrichten Kultur „Man wird Teil der Familie“
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10:00 23.11.2018
Von Jörg Meyer
Schufen aus Schultz' hochwertigem Amateurmaterial einen Kinofilm: Gerald Grote (re.) und Oliver Boczek. Quelle: Jörg Meyer
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Kiel

Schon seit langem spürt Gerald Grote historischem Amateurfilmmaterial nach. Filme wie "8mm Kieler Woche", "Schnee von gestern" (über die Schneekatastrophe 1978/79) oder "Bis an die Grenze" (über den Bau der Berliner Mauer) zeigen große Geschichte aus dem privaten Blick von Filmamateuren.

Eine gefilmte Kindheit zwischen 1936 und 1949

Bereits für "8mm Kieler Woche" hatte Dieter Schultz Material beigetragen, das sein Vater Rudolf 1936 bei der Segel-Olympiade in Kiel aufgenommen hatte. Aber noch mehr Filmrollen (rund drei Stunden) lagerten in seinem Familienfilmarchiv, die er Grote zur Digitalisierung übergab. „Daraus machen wir einen neuen Film“, waren sich Grote und Oliver Boczek, sofort nach erster Sichtung klar: „Eine gefilmte Kindheit zwischen 1936 und 1949“, so der Untertitel.

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Schultz hatte Ahnung vom Filmemachen

„Schultz Senior hatte offenbar Ahnung vom Filmemachen“, sind sich Grote und Boczek einig. „Das Material, kaum geschnitten, denn Filmschnitt war damals für einen Amateur technisch recht schwierig, ist in der Abfolge der Einstellungen ganz und gar szenisch-filmisch gedacht, vieles ist deutlich inszeniert, und nimmt den Schnitt, in dem ein Film und damit die Geschichten erst entstehen, schon vorweg.“

Alltag, Ausbombung, Wiederaufbau

„Man wird Teil der Familie“, sagt Grote im Rückblick auf die Arbeit an Schultz’ einzigartigem Material, welche von der Stadt Kiel und der Brunswiker Stiftung gefördert wurde. Es bettet die kleinen Alltagsgeschichten, Hafen- und Segelszenen, die Angst vor dem nahenden Krieg, das Landleben im Bordesholmer „Exil“ nach Ausbombung 1944 und hernach den Wiederaufbau Kiels aus den Bombentrümmern in den (welt-)geschichtlichen Zusammenhang ein.

Kino in der Pumpe zeigt den Film

Filmpremiere am Montag, 26. November 2018, 19 Uhr, im Kino in der Pumpe. Weitere Vorführungen: 4. bis 7. und 9. bis 12. Dezember, jeweils 17 Uhr.

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