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Kultur Heilender Blick auf natürliche Kreaturen
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07:00 06.10.2017
Von Sabine Tholund
Manfred Sihle-Wissel präsentiert in Neumünster die Tierwelten seines Lehrers Hans Martin Ruwoldt. Quelle: Michael Kaniecki
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Neumünster

Ruwoldts Bande heißt die von seinem Schüler Manfred Sihle-Wissel initiierte und realisierte Schau, wobei das Wort „Bande“ auf die tiefe Zuneigung zu den im Untertitel genannten Lieblingen des Künstlers verweist: auf „Panther, Tiger und Co“.

Durch seine Erlebnisse während des Ersten Weltkrieges traumatisiert, hatte der an der damaligen Kunstgewerbeschule in Hamburg ausgebildete Ruwoldt sich nach dem Krieg beinahe ganz von der Bildhauerei abgewendet. Nur langsam konnte er die Schreckensbilder bannen, dennoch war es ihm viele Jahre unmöglich, dem Menschen Gestalt zu geben. „Er wandte sich den Tieren zu und die Hinwendung zur reinen, natürlichen Kreatur war eine Art Heilung für ihn“, erzählt Sihle-Wissel. „Diese Bande sind bis zu seinem Tod nicht gelöst worden.“ Die knapp 100 in Neumünster gezeigten Werke, neben Bronzeplastiken auch zahlreiche grafische Arbeiten, stammen aus Sihle-Wissels Besitz – nach dem Tod ihres Mannes hatte Ruwoldts Witwe dem Bildhauer mit Atelier in Brammer einen Teil des Nachlasses überlassen.

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Viele der Zeichnungen sind bei Hagenbeck entstanden, wo Ruwoldt die Tiere studierte. „Später brauchte er nicht mehr in den Zoo“, so Sihle-Wissel. „Da hatte er die Bewegungen so verinnerlicht, dass er die Tiere aus dem Gedächtnis modellieren konnte.“

 Gerisch-Stiftung, Brachenfelder Straße 69, Neumünster. Eröffnung Sa, 7. 10., 17 Uhr. Bis 22.4. 2018. Mi-Fr 11-18, Sa+So 11-19 Uhr


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