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Kultur Viel Aufwand für ein Königreich
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08:44 27.09.2019
Von Konrad Bockemühl
Einsatz für Elgar: Gunther Strohmann mit seinem Rachmaninowchor, Anne-Beke Sontag mit der Kantorei Holtenau und Christian Steltner mit dem Trinitatischor bei einer Probe in Holtenau. Quelle: Silke Umlauff
Kiel

Aber die nimmt der Kieler Arzt und Vollblutmusiker Gunther Strothmann, oft genug schon bewiesen, in Kauf. Nachdem er bereits zwei Oratorien von Elgar in Kiel erstaufgeführt hat, "The Dream of Gerontius" (1991) und "The Apostles" (1995), hat er nun keine Kosten und Mühen gescheut und alle Kräfte für ein drittes, das letzte große Oratorium des Briten gebündelt.

110 Sänger aus drei Chören

Dafür verbündete er sich mit den Chorleitern Anne-Beke Sontag und Christian Steltner und bildete aus Rachmaninowchor, Kantorei Holtenau und Trintitatischor sowie weiteren Gastsängern u.a. von der Kieler Gelehrtenschule einen rund 110 Mitglieder starken Projektchor. Zusätzlich erweiterte er sein vor 40 Jahren gegründetes „Sinfonieorchester Melsdorf“ zu einem stattlichen Klangkörper aus 70 Musikern. Nicht zu vergessen die vier in Kiel vielfach bewährten Solisten Florentine Schmalz, Anne-Beke Sontag, Daniel Sans und Jörg Sabrowski. Alles in allem viel Aufwand für Elgar.

Große Dramatik und innige Stille

Der sich nach Strothmanns Überzeugung lohnt: Er liebt Elgars Musik und hält den „bedeutendsten englischen Sinfoniker der Spätromantik“ für viel zu selten gespielt. Weshalb er auch mit Projektorchestern bereits zwei seiner Sinfonien aufgeführt hat. Nun also ist das chorisch wohl anspruchsvollste Werk des Briten (1857-1934) an der Reihe, im Jahr 1906 expressiv und farbenreich komponiert und in Birmingham uraufgeführt. Nach "The Apostles" war "The Kingdom" eigentlich als zweiter Teil einer Trilogie zur Entwicklung des Christentums vorgesehen, die Elgar jenseits einiger Skizzen allerdings mit "The Last Judgement" nicht mehr vollenden konnte. Große Dramatik und innigste Stille: Seit Ostern proben die Kieler Chöre, im Sommer kamen sie erstmals vereint zusammen, um sich in der fünfteiligen 100-Minuten-Rarität über kurze Passagen in bis zu 13 Stimmen zu zergliedern. Nun hofft Strothmann, mit 75 Jahren weiter voller Pläne jenseits des allzu Gewohnten, auf eine volle Nikolaikirche – denn der große Aufwand für das „eigentlich unmögliche Werk“ ist nachvollziehbar auch mit großen Kosten verbunden.

Eine Apostelgeschichte um das "Pfingstwunder"

Der Inhalt des Oratoriums basiert auf der Apostelgeschichte aus dem Neuen Testament, in der es um die Sendung des Heiligen Geistes geht und das sogenannte „Pfingstwunder“, dass plötzlich alle Leute die flammenden Predigten der Apostel Petrus und Johannes verstehen konnten, ein jeder in seiner Muttersprache. Maria, die Mutter Jesu, und Maria Magdalena erleben dies und die dramatischen Ereignisse danach aus ihrer Sicht mit.

Aufführung am Sonnabend, 28. September, 19 Uhr, Nikolaikirche Kiel, Alter Markt. Karten bei Ruth König Klassik und an der Abendkasse

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