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07:00 26.05.2017
Von Maren Kruse
Markante Bronzeplastik vor der HSH Nordbank am Martensdamm in Kiel: "Der Wächter" von Kurt Lehmann. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Zwar ist diese Kollektion weit weniger schillernd als die millionenschwere Kollektion der Deutschen Bank oder der West LB, die mit Picassos, Warhols und kostbarer mittelalterlicher Tafelmalerei gesegnet war, aber dennoch ist sie ein emotionaler Faktor im angestrebten Verkaufsszenario.

2300 Objekte haben die Vorgängerinstitute der HSH Nordbank in der Vergangenheit zusammengetragen. Vorwiegend für internen Gebrauch, zur Ausschmückung von Foyers, repräsentativen Räumen, Konferenzräumen und Büros. Ein Stück Kunstförderung mit Tradition, die in die Gründungsjahre der Banken zurückreicht. Die Beweggründe? Die Verbundenheit mit der Region spiegelt sich vielfach in der gesammelten Kunst: Zahlreiche Hafenmotive in Hamburg; in Schleswig-Holstein Maler des Nordens wie Carl Arp, Otto Heinrich Engel und Hinrich Wrage. Und in der Folge Gegenwartskunst regionaler Künstler und Künstlerinnen. Überwiegend Gemälde, Druckgrafik, Fotografien oder Mosaiken, die man im Kieler Bankhaus am Martensdamm wertschätzt und ansprechend präsentiert. Keiner der Konferenz- und Schulungsräume, kein Büro, das hier nicht seine eigene künstlerische Handschrift trägt.

Die HSH spricht aktuell von einem Buchwert, der bei der Inventarisierung 2015 mit 800000 Euro in den Bilanzen ausgewiesen ist. Den Schätzwert dagegen beziffert die Bank auf etwa 1,7 Millionen Euro. Und was passiert mit der Kunst, wenn die HSH verkauft wird? Die Bank beantwortet die Frage juristisch und entsprechend leidenschaftslos. Die Sammlung zähle zum Eigentum der Bank und damit zu ihren Vermögenswerten, so die Sprecherin. „Wenn der von den mehrheitlichen Landeseignern angestrebte Verkauf erfolge, gehen sämtliche Vermögenswerte so auch die Kunstsammlung an den neuen Eigentümer.“ Die Frage, ob für eine 90-prozentig landeseigene Bank moralisch nicht andere Regeln gelten müssten, könne nur das Land selbst beantworten, meint die Sprecherin. „Wir sind nur Objekt in dieser Geschichte.“

Im Kieler Kulturministerium fühlt man sich dafür allerdings aktuell nicht zuständig und verweist kurz und knapp ans Finanzministerium. Deren Sprecherin räumt ein, dass man die HSH-Kunstsammlung „überhaupt noch nicht im Fokus“ habe. Der Verkaufsprozess habe ja gerade erst begonnen.

Gut, dass die Kunststiftung der HSH Nordbank als eigene Rechtsform abgesichert ist und unabhängig von einem möglichen Verkauf bleibt. Aktuell profitieren die Jugendakademien am Theater Kiel und ihr Musicalprojekt Marina davon.

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