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Kultur Hamburg gibt seine Leonardos preis
Nachrichten Kultur Hamburg gibt seine Leonardos preis
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07:08 04.06.2019
Von Konrad Bockemühl
Kurator David Klemm präsentiert in der Hamburger Kunsthalle vier Leonardo-da-Vinci-Zeichnungen, die dort vom 5. bis zum 19. Juni in einer Ausstellung gezeigt werden Quelle: Markus Scholz
Hamburg

In den zwei Ausstellungswochen wird mit so großem Publikumsandrang gerechnet, dass die Kunsthalle Zeitfenstertickets empfiehlt. Das Hamburger Kupferstichkabinett besitzt vier von insgesamt neun Zeichnungen Leonardo da Vincis (1452-1519) in Deutschland. Zu seinem 500. Todesjahr und zum 150-jährigen Jubiläum der Hamburger Kunsthalle sollen die vier Blätter nun erstmals nach zehn Jahren wieder zusammenhängend in einer „exquisiten Ausstellung“ lichtgeschützt im "Harzen Kabinett" zu sehen sein. „Die hochsensiblen Grafiken sind Meisterwerke der Zeichenkunst und zählen zu den wertvollsten Kunstschätzen der Kunsthalle überhaupt“, heißt es aus dem Museum.

Facetten Leonardos kreativer Persönlichkeit

Die Zeichnungen im Mittelpunkt der von David Klemm kuratierten Präsentation sind zwischen ca. 1475 und 1505 entstanden: „An ihnen lassen sich die grundlegenden Elemente von Leonardos künstlerischen Absichten als Zeichner ausmachen und die verschiedenen Facetten seiner kreativen Persönlichkeit veranschaulichen.“ So zeigten die Studie zu einer "Anbetung der Hirten" (um 1480) und der "Hl. Sebastian" (um 1478/1483) Leonardos virtuose, suchende Zeichenweise und seine Experimentierfreude, die zu erstaunlich freien Linienzügen führe.

"Aristoteles und Phyllis": Von der Macht der Frauen

Das Blatt mit "Aristoteles und Phyllis" (um 1475) entstammt der Frühzeit Leonardos und bietet einer in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts populäre Szene der „Macht der Frauen über die Männer“. Der "Kopf eines alten Mannes oder einer alten Frau im Profil" (um 1495/1505) schließlich stehe beispielhaft für Leonardos bis dahin einzigartige systematische Studien der menschlichen Physiognomie. Dabei ging es nicht um die Darstellung von Schönheit und Harmonie, sondern eben auch um das vermeintlich Hässliche und Deformierte.

"Mona Lisa" in unterschiedlichen Übersetzungen

Eingerahmt werden die Zeichnungen von rund 30 Reproduktionsgrafiken, Fotografien und Karikaturen nach Gemälden und Zeichnungen Leonardos aus fünf Jahrhunderten. Da geht es um die Frage, auf welchen Wegen Leonardos Werke seit der Renaissance ihre Verbreitung fanden. Es brauchte teilweise Jahrhunderte, bis etwa seine Gemälde "Das Abendmahl" (1494/1497) oder die "Mona Lisa" (1503/1506) in guten Reproduktionen zur Verfügung standen. Die Ausstellung zeigt die unterschiedlichsten medialen „Übersetzungen“ dieser beiden weltberühmten Werke. Zu sehen sind außerdem vier der bekanntesten Porträtdarstellungen zu Leonardo da Vinci. Bis heute ist umstritten, wie er tatsächlich ausgesehen hat. Präsentiert wird auch die bekannteste Darstellung von Leonardos Todesstunde: Der Legende nach versorgte der französische König Franz I den todkranken Leonardo und kniete an seinem Bett, als er starb.

Als Leihgabe nach München und Paris

Die vier Hamburger Leonardo-Zeichnungen stammen aus dem Besitz von Georg Ernst Harzen (1790-1863), der sie zwischen 1838 und 1861 auf dem Londoner Kunstmarkt erwarb und später der Kunsthalle vermachte. Im Jubiläumsjahr sind sie auch andernorts gefragt: Als Leihgaben gehen sie auch die Alte Pinakothek nach München und in den Louvre. In Paris ist der Besuch der großen Leonardo-Schau rund um die Mona Lisa vom 24. Oktober bis zum 24. Februar 2020 nur mit vorheriger Reservierung möglich. bkm

Hamburger Kunsthalle, 5.-19. Juni, Di–So 10–18, Do 10–21 Uhr. www.hamburger-kunsthalle.de

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Die Hamburger Kunsthalle zeigt ihre vier Drucke von Leonardo da Vinci.

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