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08:40 24.03.2018
Von Jörg Meyer
Hazel Brugger wurde in der Halle 400 ausgiebig beklatscht. Quelle: Guido Kirchner/dpa
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Kiel

„Mit einem Augenzwinkern massiert Hazel Brugger in ihrem ersten Solo das Publikum und epiliert die sozialen Verhältnisse östlich und westlich des mittleren Emmentals“, heißt es darin. Nicht nur jene Schweizer Untiefen nimmt die bekennende „Paralympikerin des Poetry Slams“ dabei auf die lakonische Schippe. Auch jenes Spermium, eines unter vier Millionen, das es geschafft hat, unsereinen zu zeugen. Eine eigentlich unverständliche Leistung, wenn frau bedenke, dass Spermien eher wie „45-jährige IT-Experten, vorne Glatze, hinten freches Pferdeschwänzchen“, aussähen.

Nicht viel besser präsentiere sich ein „unerigierter Penis“ vor oder nach dem Liebesspiel, mit welcher Einlassung Brugger beweist, dass sie „auch unter der Gürtellinie zu überzeugen weiß“. Sei es nur in der Einsicht, dass man/frau der Verliebtheit und ihrer Romantik besser nicht trauen sollte, denn das menschliche Balzverhalten sei „grob eskaliert“, letztlich führe es nur dazu, „dass wir uns gegenseitig beim Verwelken zusehen“.

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Nach jenem steht der Tod – gewaltig, aber die 24-Jährige nimmt auch den Schnitter mit „hinterfotziger“ (ihr eigenes Wort) Gelassenheit. Sie würde sich gern ausstopfen lassen um zu bleiben. Aber sie bleibt schon jetzt „an ihrem selbstgewählt niedrigen Anspruch scheiternd“ (Selbstrezension) eine, die „Farbe trägt in die karge Kieler Kulturlandschaft“ – und als solche in reich beklatschter Erinnerung.

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