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Kultur Gepflegter Irrsinn in Schwarz-Weiß
Nachrichten Kultur Gepflegter Irrsinn in Schwarz-Weiß
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18:57 22.10.2018
Von Sabine Tholund
Theaterspaß in einem überdimensionalen Fernsehapparat: Klaus Gramüller, Heidi Züger und René Rollin (v.li.) in "Mein Freund Harvey". Quelle: Henrik Matzen
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Schleswig

Ein unsichtbarer Hase treibt die Familie von Elwood P. Dowd an den Rand des Wahnsinns. Jedem will Elwood seinen Kumpel vorstellen  - wie um Himmels Willen soll seine Schwester Veta unter solchen Umständen einen Mann für ihre Tochter finden? Völlig entnervt beschließt sie, den Bruder ins Sanatorium zu bringen, doch ihre Rechnung geht nicht auf.

Henning Bock lässt seine Inszenierung wie eine Schwarz-Weiß-Verfilmung in einem überdimensionalen Fernsehapparat spielen (Bühne und Kostüme: Stephan Testi)  und die Zuschauer amüsierten sich königlich.

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Spaß am überzogenen Spiel

Der Stoff gibt dazu allerhand Anlass, das Ensemble hatte sichtlichen Spaß am grotesk überzogenen Spiel.  Mit stoisch zur Schau gestellter Freundlichkeit ist René Rollin  ein krasser Gegenpart zur komödiantisch  auftrumpfenden  Heidi Züger, die in der Rolle der komplett entnervten Veta vom Wutanfall bis zum  hysterischen Zusammenbruch alle Register zieht. Während Oberschwester (Manja Haueis) und Psychiater (Simon Keel)   ihre missglückten Flirtversuche starten, begegnen sich der Familienanwalt (Felix Ströbel) und der Chefpsychiater (Klaus Graumüller) wie Westerhelden beim Duell.

Irgendwann ist sich keiner mehr sicher, Harvey nicht gesehen zu haben. Großer Applaus für nette Unterhaltung.     

Weitere Termine: 6.+24. November, 19.30 Uhr, Stadttheater Flensburg; 11. November, 16 Uhr, Stadttheater Rendsburg; 25. November, 16 Uhr, Slesvighus Schleswig. www.sh-landestheater.de   

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