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Kultur Traumfresserchen im Werftpark-Theater
Nachrichten Kultur Traumfresserchen im Werftpark-Theater
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19:25 28.09.2018
Von Ruth Bender
Harmonisches Doppel: Cuyén Biraben (re.) und Sebastian Kreuzer. Quelle: Olaf Struck
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Kiel

Es ist ein großes Vergnügen, dabei zuzusehen, wie die beiden Schauspieler Michael Endes 1978 erschienene Kindergeschichte in eine federleichte Philosophiererei über Schlaf und Traum fortspinnen. Nicht nur für die gebannten Kindergartenkinder im Premierenpublikum, auch für die Großen, die sich am doppelbödigen Witz von Christian Himmelbauers Inszenierung erfreuten. Ausstatterin Lisa Überbacher hat für die Geschichte vom schlaflosen Schlafittchen, das die Macht der Albträume fürchtet, eine Kreuzung aus kissenvermülltem Schlafzimmer und schrägem Latten-Zauberwald entworfen. Und der Regisseur lässt die Schauspieler vom anfänglichen Alltagsgeplänkel zum Schlafengehen sanft hinübergleiten in die schlummerländische Traumwelt.

In der wechseln Cuyén Biraben und Sebastian Kreuzer wechseln in Windeseile und mittels weniger schneller Requisiten die Rollen, fantasieren und parodieren, spielen Spielkinder, Königspaar und moderne Eltern. Und während Kreuzer auf einer imaginierten Reise zu Land und zu Wasser brilliert, zeigt Biraben Schlafittchen und Traumfresserchen als zwei Seiten einer Medaille.

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Und wenn sie zwischendurch immer wieder aus der Rolle fallen, dann sieht man ganz nebenbei, wie aus dem Spiel eine Geschichte wird und aus dem Nachdenken Theater. Den gebannten Kindergartenkindern im Premierenpublikum gefiel das ebenso wie den Großen, die sich am doppelbödigen Witz von Christian Himmelbauers Inszenierung erfreuten.

Der Regisseur lässt Endes Text locker ins ganz normale Leben und wieder heraus fließen, mixt Reime und Alltagssprache und entfaltet einen poetischen Bilderspaß mit doppeltem Boden. Großer Applaus!

Theater im Werftpark. 9., 14., 19., 23., 30. Oktober. Karten: Tel. 0431/901901, www.theater-kiel.de