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Kultur Ilja Ruf - A Star is born!
Nachrichten Kultur Ilja Ruf - A Star is born!
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09:24 13.09.2019
Von Dieter Hanisch
Ilja Ruf (18) erhält den Jazz Förderpreis "Birdy" Schleswig Holstein. Quelle: Michael Kaniecki
Neumünster

Jünger war noch keiner der bisherigen Preisträger: Der Jazzförderpreis des Kulturforums Schleswig-Holstein ist Donnerstagabend dem 18-jährigen Ilja Ruf im Rahmen des Kunstfleckens in Neumünster überreicht worden. Der Lübecker heimst dabei Lob von allen Seiten ein und liefert dann einen beeindruckenden musikalischen Einblick in sein außergewöhnliches Können, unterstützt von weiteren Extrakönnern.

Lobeshymnen der Superlative

Wird sich Ilja Ruf einreihen in eine Liste großer Namen wie Keith Jarrett, Thelonious Monk, Joe Zawinul, Oscar Peterson oder McCoy Tyner, um nur einige Jazzpianisten mit Weltruf zu nennen? Wer Youngster Ruf erlebt, ist spätestens nach seinem Minigastspiel geneigt zu sagen: A Star is born!

Ob nun Kulturforumsvorsitzender Wolfgang Röttgers oder Preisverleihungslaudator Axel Ster, Musiklehrer des brillanten Emporkömmlings ab der fünften Klasse im Ostsee-Gymnasium Timmendorf, sie streuen Lobeshymnen der Superlative auf Ilja Ruf und drücken ihre Bewunderung mehrmals in Worten wie „Er ist erst 18 Jahre alt“ und „was soll da eigentlich noch kommen?“ aus.

Nachdem Ilja Ruf die eigens für die Preisvergabe vom Kieler Bildhauer Giotto Bente angefertigte Ehrungsskulptur „Birdy“ in Anlehnung an den legendären Jazz-Saxofonisten Charlie „Bird“ Parker, in den Händen hält, übernimmt der frischgebackene Preisträger die Regie des Kunstfleckenabends und startet zum Solokonzert am Flügel.

Publikum ist verzückt

Vier Stücke setzen dann das Publikum in der zu zwei Drittel gefüllten Werkhalle in Verzücken. Bei Chick Coreas Crystal Silence oder bei der Anlehnung an Richard Rodgers My Romance von Bill Evans, beide Male kriecht der 18-Jährige quasi in die 88 Klaviertasten, baut mit Breaks und Bridges sowie Rhythmus- und Melodie- und Tempowechseln immer wieder neue Spannungsbögen auf.

Je nach Perspektive darf sich der Konzertbesucher die Frage stellen, ob Ruf sich die Tasten untertan macht, oder ob er selbst wie im Rausch zum Gefangenen des Instruments wird. Mit seiner Eigenkomposition From Now Till Then zeigt der Lübecker eine weitere Seite seiner Spielfreude: Er präsentiert ein Singer/Songwriter-Stück voller Pathos und singt selbst.

Top-Act viel zu schnell vorüber

Das abendliche Finale bildet ein Auftritt mit dem Jaurena Ruf Quartett, das auch noch einmal aufzeigt, welch guter Komponist und Arrangeur in dem Wunderpianisten steckt, der voller Leichtigkeit die  Spielfelder Klezmer und Tango durchquert. Leider sind es auch hier nur vier Titel und eine Zugabe, die geboten werden. Allein die exzellente Besetzung wäre ein abendfüllendes Konzert wert gewesen.

Neben „Hauptdarsteller“ Ilja Ruf stehen sein Vater Bernd Ruf (54) an der Bassklarinette, seines Zeichen Vizepräsident der Musikhochschule Lübeck, Bruder Ivo Ruf (21) an der Klarinette und der inzwischen in New York heimische 78-jährige Bandoneon-Virtuose Raúl Jaurena aus Uruguay auf der Bühne.

Und für die Nummer Piazzolla In New York wird das generationenübergreifende Ensemble, das zudem das Ruf-Familienunternehmen abbildet, sogar noch um Sängerin Marga Mitchell aus Venezuela erweitert.

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