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Kultur Impro-Profis verzücken Publikum in Kiel
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13:02 03.03.2020
Von Beate Jänicke
Die „Hidden Shakespeare Company“ begeisterte mit Spielwitz im Kieler Metro-Kino in Kiel.  Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Auch nach über zwei Stunden Höchstleistung in Sachen spontanes Spiel ließen die Zuschauern die erschöpften, aber sichtlich zufriedenen Schauspieler nur ungern ziehen.  Bereits 1993 gründete Schauspielerin Mignon Remé mit Kollegin Kirsten Sprick die Hidden Shakespeare Company. Auch heute noch sind beide dabei, außerdem Rolf Claussen, Thorsten Neelmeyer und Frank Thomé.

Abnutzungserscheinungen, was Spielwitz und prompte Einfälle betreffen, kann man bei keinem von ihnen feststellen. Im Gegenteil: es macht großen Spaß den Schauspielprofis, die alle fünf in ihrem sonstigen Berufsleben in Film, TV oder auf dem Theater zu Hause sind, beim Improvisieren zuzusehen. Schließlich kann auch ein Profi, der sich normalerweise beim ernsthaften Spiel eher zurücknehmen muss, beim Improtheater seinem Affen mal so richtig Zucker geben.

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Soap-Format macht das Rennen

Die erste Halbzeit des Spiels bestimmt zunächst ein Wettkampf. Eingeführt und passend musikalisch untermalt durch den Pianisten Jannis Kaffka am Keyboard, der vom schmalzigen Gesäusel bis zu klassisch dräuenden Klängen alles drauf hat an Hintergrundsound. Vier unterschiedliche Formate werden vorgestellt und szenisch  angespielt. Eine Soap, ein Drama, ein Abenteuerfilm und ein Musical.

Mittels Applaus wird abgestimmt, jedes Mal scheidet das schwächste Format aus, so dass nur eine der Geschichten ihr eigenes Ende erleben darf. Stichworte aus dem Publikum für Spielorte, Titel und Berufe prasseln als Vorschläge aus dem Publikum Richtung Bühne. Wobei die Soap mit dem schönen Namen „Flossen der Liebe“ das Rennen macht. In dramaturgisch und darstellerisch verrückten Verrenkungen erblüht die Liebe in einer Schwimmhalle zwischen immer neuen Paarungen. Da glänzen alle fünf auf der Bühne mit Einfallsreichtum, keiner lässt sich von noch so unwahrscheinlichen Wendungen aus der Fassung bringen.

Zwischen Bühne und Parkett stimmt es

Nach der Pause werden die Spielsituationen kürzer, aber kein bisschen weniger durchgeknallt. Wunderbar das Frühlingsgedicht von Mario aus Wismar, gespielt von Rolf Claussen, der aus dem Stegreif so spontan auf den Punkt reimt und dazu noch im Reggae-Rhythmus vertont, dass man es kaum glauben kann.

Kristen Sprick dagegen liefert eine mimisch hochkomische „Gebärdendolmetscherin“ ab, die simultan Begriffe wie „da wird der Hund in der Pfanne verrückt“ übersetzen muss und erst bei der „Rolle rückwärts“ aufgibt. Plumpe Unter-der-Gürtellinie-Spielvorschläge gibt es aus dem Publikum zum Glück nur einen und der wird von Mignon Remé mit Bravour abgeliefert. Es passt einfach zwischen Bühne und Parkett. Das schreit nach einer Fortsetzung.

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