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Kultur In der Aula sind die Affen los
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19:37 04.06.2009
Kiel

Mit seinen Sprossenfenstern und der hohen Backsteinfassade strahlt das Gebäude der Gerhart-Hauptmann-Grundschule in Ellerbek strukturierte Ruhe aus - von außen. Denn wenn im Innern Tania Carella agiert, dann springen Affen, brüllen Löwen und lamentieren Politiker. Die Tanzlehrerin hat einen Virus ausgelöst, der die Schüler in der Aula kaum auf den Plätzen hält. Da wird auf Strümpfen gerutscht, getobt und sich verrenkt - möglichst cool natürlich, die Jungs denken ja an ihre Breakdance-Idole.

Im Rahmen des Norddeutschen Theatertreffens in Kiel erarbeiten drei Grundschulklassen und ein Kindergarten vom Kieler Ostufer je ein selbst erfundenes Tanzstück, das am Sonntag im Werftpark-Theater aufgeführt wird. Tania Carella zeigt den jungen Tänzern im Kinderhaus Sternschnuppe und hier in der Gerhart-Hauptmann-Grundschule die nötigen Kniffs für ihre erste Choreografie. Zusammen mit den Lehrern der Klasse 4c hat sie sich als Stück Erich Kästners Fabel

Die Konferenz der Tiere ausgesucht. Nach gemeinsamer Lektüre und Rollenverteilung ging es dann für die Zehn- bis Elfjährigen aufs Parkett der Aula.

Bei der inzwischen zehnten Probe sind die rhythmischen Formationen der drei Gruppen - Tiere, Kinder, Politiker - erkennbar und raumgreifend, auch wenn es mit der Synchronität manchmal noch etwas hapert. „Gleichzeitig, meine Damen!“, ruft Carella, als die Mädchen im Takt des Rappers Kanye West nach vorne stapfen. Ein Turnschuh markiert den Trennungspunkt, an dem sie abwechselnd nach rechts und links abgehen. „Eins, zwei, drei, vier“, klatscht Carella den Takt und treibt die Bewegungen voran: „Bein zur Seite, Körper drehen, öffnen, schließen - genau!“ Carella hechtet zurück zur Musikanlage und dreht die Lautstärke runter. „Jungs, seid ihr bereit? Die Affen sind los!“ Taumelnd springen 13 Viertklässler quer durch die Aula, schaukeln mit den Armen und grunzen oder schreien schrill. Aus dem taktlosen Getier wird binnen Sekunden eine halbwegs synchrone Tänzergruppe: Die Jungs fallen zu Boden, ziehen die Beine schlangenartig an, stemmen sich hoch und drehen sich - ein Hauch von Breakdance. Tania Carella setzt auf Elemente des Modern Dance: „Damit kann man Kinder gut erreichen, weil es ohne Grenzen ist.“ Das wichtigste beim Tanz sei der Ausdruck: „Er lebt am stärksten von seiner Energie.“

Vor Energie strotzen hier alle Kinder. Salih (10), der lässig über den Boden wirbelt, hat ein neues Breakdance-Element gelernt: „Tania hat uns den Baby Freeze beigebracht, voll cool.“ „Das müsst ihr Euch aber auch auf der Bühne trauen, nicht nur hier den Macker raushängen lassen“, sagt Carella. Denn die Bühne, die flößt ihnen noch Respekt ein. Aber, verrät die zehnjährige Selen, Tania hat einen Tipp gegen die Aufregung bei der Premiere: „Stellt Euch vor, es wäre keiner da.“

Dass man Musik hören kann, weiß jedes Kind. Sie zu malen ist eher ungewöhnlich. Tiemo Schröder hat es gemacht. Seine gemalte Hommage an Johann Sebastian Bach ist ab Sonntag in Birgit Brabs Galerie „Das Atelier“ zu sehen.

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