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Kultur Ivory Tower: Starker Metal aus Kiel
Nachrichten Kultur Ivory Tower: Starker Metal aus Kiel
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20:17 12.10.2019
Von Kai-Peter Boysen
Ivory Tower ist eine deutsche Progressive-Metal- und Heavy-Metal-Band aus Hamburg, Kiel und Rendsburg (Schleswig-Holstein), die im Jahr 1996 gegründet wurde. Live in der Pumpe in Kiel Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

Beim Betreten der Location hat mit All Will Know bereits die dritte Band zu den Äxten gegriffen und schraubt ihren Melodic Death Metal in die Gehörgänge. Gut abgehangene drückende Riffs aus tiefer Stimmung bei genehmer Lautstärke locken nach vorn.

Song um Song erarbeiten sich die Darmstädter mehr als nur Achtungsapplaus, überzeugen mit feinem Zusammenspiel der beiden Gitarristen Jan und Steffen, die sich mal Rhythmus- und Leadgitarre teilen, mal in Twinläufen gemeinsame Melodiesache machen. Auch gesanglich ist das ganz weit vorn, was Vokalist Frank Richter da aus den höllischen Tiefen der Kehle an die Oberfläche rollt bis Gitarrist Jan den Song mit Klargesang bis in himmlische Sphären lenkt. All Will Know bleiben mit Songs wie „Dead World“ oder „Behind Your Mask“ sicher einigen in guter Erinnerung.

Lob der Fachpresse

Gegen 23 Uhr ist der Laden dann proppenvoll mit Metalheads und deren Erwartungen an das neueste Werk der Kieler Band Ivory Tower. Seit 1996 sind die Jungs schon aktiv und seit einigen Jahren endlich auch in stabiler Besetzung dabei, ihren ursprünglich ausschweifenden Progressive Metal mit einer Powermetal-Komponente zu bereichern.

Das bezeichnende neue Album „Stronger“ hat ihnen so manches Lob der Fachpresse beschert und man ist gespannt, wie die neuen Songs live ihre Kraft entfalten. Einzige Konstante ist Gitarrist Sven Böge, der den Opener „End Transmission“ mit galoppierenden Dreieranschlägen à la Iced Earth aus dem Stand auf Tempo bringt.

Mörderisches Tempo

Ein hymnischer Refrain in verlangsamtem Tempo bricht förmlich über das Publikum herein und man hört, dass die Band mit Dirk Meyer einen exzellenten Metal-Shouter am Mikro hat. Ein flinkes Solo mit Tapping-Technik, Wah-Wah-Pedal-Untermalung, einer aufgeladenen Gitarre/Keyboardmelodie zum Durchatmen bis zur finalen Fingerakrobatik rundet den Song ab. „Life Will Fade“ legt ebenfalls mit seinem schnell gedrehten Rock’n’Roll-Hammerings ein mörderisches Tempo vor und wirbelt zum Teil etwas überambitioniert drauflos, bis das Solo mit Tapping und Harmonizer den Song aufräumt.

Keyboarder Frank Fasold leitet den Song „Slave“ ein, der mit seinem hymnischen Bombast und der Doublebassgrundierung von Drummer Thorsten Trunke an Blind Guardian gemahnt. Dirk Meyer deckt hier bis ins Falsett die Bandbreite des Metalgesangs ab.

Ivory Tower sind stärker als je zuvor

Das folgende „Strong“ ist dann ein aggressives Statement, Meyer tackert die Worte in den Saal, das Händchen für die hymnische Auflösung zeigt sich auch hier und wieder einmal zaubert Sven Böge ein Solo aus den Fingern, an dem Yngwie Malmsteen und Kollegen sicher ihre Freude hätten. Bei dem dunkel introspektiven „In Me“ kommt das Midtempo mal zu seinem Recht und gibt der Menge Gelegenheit, die Köpfe mit oder ohne lange Haare gemächlich zu bangen.

Zwischendrin hört man deutlich den Bass von Björn Bombach, der sich wie Böge in jeden Song reinhängt, aber manchmal im Soundgewitter verwischt. „The Offer“ ist eine treibende Power-Metal-Demonstration und würdiges Finale des aktuellen Materials, dem die Band noch den Klassiker „Beyond The Stars“ folgen lässt. Die Band zeigt sich mit ihrem Power Metal progressiver Spielart albumtitelgerecht stärker als je zuvor.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder vom Konzert von Ivory Tower in der Pumpe Kiel zu sehen.

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