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Kultur Django Reinhardt hätte stolz sein können
Nachrichten Kultur Django Reinhardt hätte stolz sein können
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08:52 09.07.2018
Von Dieter Hanisch
Django Deluxe – ein Trio zum Zungeschnalzen (v.l.): Giovanni Weiss, Giorgi Kiknadze und Jan Kaiser. Quelle: Dieter Hanisch
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Neumünster

Erster Eindruck

Der Park am Caspar von Saldern-Haus ist eine sehr einladende Location. So bekommt ein „Summer in the City“ einen hohen Wohlfühlfaktor!

Das Publikum

Im Vergleich zu klassischen Jazz-Events ist das Durchschnittsalter jünger, denn der offene Charakter macht „Jazz im Park“ auch zu einem Familienausflug. Der Geräuschpegel ist entsprechend höher als bei einem herkömmlichen Konzert. Vielen ist dann doch mehr nach Talk zumute, für den die Bands auf der Bühne nur die musikalische Hintergrunduntermalung liefern. Für die qualitativ hochwertigen Acts ist das ein wenig schade. Beim abschließenden Spitzenkonzert von Django Deluxe sind nur noch knapp 400 Neugierige dabei.

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Das Programm

Django Reinhardt ist der „Übervater“ des Gipsy-Jazz. Alles kreist um sein musikalisches Vermächtnis. Gut, dass diesmal aber auch noch an ein paar andere Vertreter dieser stilprägenden Jazzrichtung erinnert worden ist. Das Kiel-Neumünster-Quartett Hotel du Nord kapriziert den klanglichen Flair der 30er und 40er Jahre aus Frankreich ebenso auf die Bühne wie Hot Club d’Allemagne (Leipzig/Berlin) und der Top-Act Django Deluxe aus Hamburg. Reinhardt-Stücke bilden die Seelenverwandtschaft untereinander, manch spannende Eigenkomposition kommt dankenswerterweise nicht zu kurz.

Was in Erinnerung bleibt

Swing bedeutet Drive, nicht von ungefähr nennt der zweimalige Jazz-Echo-Preisträger Giovanni Weiss von Django Deluxe eine seiner Eigenkompositionen Driving. Herausragend: Die Extra-Klasse des Hamburger Gitarristen wird in seinem Trio noch garniert vom arrivierten Till Brönner-Schüler Jan Kaiser am Flügelhorn.

Fazit

Django Reinhardt hätte stolz sein dürfen, dass es auch heutzutage noch hochkarätigen Sinti-Jazz zu hören gibt.

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