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Kultur Ein Händchen für effektvolle Refrains
Nachrichten Kultur Ein Händchen für effektvolle Refrains
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11:52 11.11.2018
Von Thomas Richter
Jonas Monar sang am Sonnabendabend im Max Nachttheater in Kiel. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Das Warten auf Jonas Monar hat sich gelohnt.

Der erste Eindruck

„Vielleicht ist die Location in Kiel ein bisschen groß für uns“, sagt der Mittzwanziger, dessen Song "Nie zu Ende" im Januar diesen Jahres als ARD Titelsong für die Olympischen Winterspiele eingesetzt wurde, und somit auch Menschen kennen dürften, die die Schule bereits abgeschlossen haben.

Tatsächlich füllten etwa 350 Teens den Saal etwa zur Hälfte. Der großartigen Stimmung vor und auf der Bühne tat das indes keinen Abbruch. Man wollte feiern, man feierte und zwar nicht zu knapp.          

Das Programm

Nachdem der Support Benaja mit soliden, herzerwärmenden, deutschen Folk-Pop  für kuschelige Atmosphäre gesorgt hatte, legte Monar mit dem neuen Song "Wir sind 2 Planeten" gleich mächtig los, während aus dem Publikum dutzende Luftballons in die Höhe gepitcht wurden. Schönes Bild. Trotz einiger weiterer ganz frischer Songs, präsentierten der Sänger und seine Band, die bereits im Vorprogramm von Großkalibern wie Sunrise Avenue und Silbermond spielten, im wesentlichen ihr bisher einziges Album Alle guten Dinge.

So etwa der eingängige Titelsong der Scheibe oder das forsch bouncende "Du rettest mich" und die wirklich tolle Piano-Ballade "Der Sturm". Zum Finale dann natürlich das hymnische "Nie zu Ende".

Mit der aktuellen Single "#DuBistMirWichtig" hat Jonas Monar einen sehr gelungenen und relevanten Mid-Tempo-Song über Depressionen bei jungen Menschen zur gleichnamigen U25-Kampagne des Suizid Hilfsprogramm der Caritas geschrieben. Ein eindringliches Lied, das trotz des ernsten Themas hoffnungsvoll und optimistisch klingt.    

Monar suchte – und fand – den Kontakt zum Publikum. Vielleicht dankte er den Fans einmal zu viel fürs Kommen, vielleicht waren „die Leute hier bei euch im Norden“ etwas zu häufig „so toll“, vielleicht nutzen sich die flache Hand am Herz oder die geballten Siegerfäuste auf der Brust irgendwann ab.

Gleichwohl: Die Nahbarkeit des Stars gab diesem Konzert auch jenseits der Musik eine angenehme Farbe.  

Das Publikum

Restlos begeistert. Dennoch gingen die Musik und auch die Texte nicht unter im nahezu besinnungslosen Fan-Gekreische vergleichbarer Gigs. Man war in der Lage zuzuhören, ließ sich gerne auf den Dialog mit dem Sänger ein und drückte da auf die Tube, wo es angebracht war. Testsicheres Mitsingen inklusive.

So freuten sich auch alle neidlos über Monars Geburtstagsständchen für Hannah (hoffentlich richtig geschrieben) und stimmten kräftig mit ein. Im Verbund mit den immer noch durch die Gegend wirbelnden Luftballons hatte das tatsächlich etwas von einer prima Party unter Freunden.

Was in Erinnerung bleibt

Jonas Monar hat Potenzial, keine Frage. Er hat ein Händchen für effektvolle Refrains und wasserdichte Songstrukturen. Thematisch fühlt sich sein deutscher Singer/Songwriter Pop mit Chartpotential der eigenen aber damit auch den Lebenswelten seiner teilweise sogar jüngeren Fans verpflichtet. Obwohl er dabei durchaus auch über den Tellerrand blicken kann.

Möglicherweise fehlt dem Ganzen noch ein wenig Reife, aber die kommt ja meistens von alleine.  

Fazit

„Lass das ein Anfang für uns sein / Noch nicht auseinandergehen / Solange wir Hoffnung sehen / Lass das ein Anfang für uns sein / Es soll nicht nach Abschied klingen ...“ Klingt es auch nicht, als Monar mit diesem letzten Song Anfang die Bühne verlässt. Dem entsprechend freuen wir uns auf mehr!

Jonas Monar sang am Sonnabendabend im Max Nachttheater in Kiel.

Das Wort Zweck ist ein sonderbares Wort. Aber es ist auch ein wunderbares Wort. Zweck. Aufgewachsen in phonetisch prekären Verhältnissen, irgendwo zwischen Zwerg und Weg, hat sich der Zweck mit Eifer und Beharrlichkeit hochgearbeitet.

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