Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Joy Denalanes Soul trifft Kammermusik
Nachrichten Kultur Joy Denalanes Soul trifft Kammermusik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:18 01.08.2019
Von Thomas Bunjes
Charismatische Soul-Sängerin in ungewohntem Kontext: Joy Denalane.
Charismatische Soul-Sängerin in ungewohntem Kontext: Joy Denalane. Quelle: Axel Nickolaus
Anzeige
Lübeck

Der erste Eindruck

Guter Sound. Ein Kammermusik-Quintett plus Sängerin dürfte in einer so hohen Halle gar nicht so leicht abzumischen sein. Ensemblegründer und Violonist Miki Kekenj erweist sich schon bald auch als humorvoller Conférencier, der sich mit Joy Denalene verbal gewitzt die Bälle zuspielt.

Das Programm

Songs von Joy Denalane aus allen Schaffensperioden, fantasievoll arrangiert von Kekenj. Vom aktuellen, autobiografisch geprägten Album „Gleisdreieck“ stammen die meisten, „Alles leuchtet“ ist dabei, „Hologramm“, „So sieht man sich wieder“, Elli Lou“, „Zuhause“ und „Himmel berühren“. Auch das frühe, zeitlos gesellschaftskritische „Höchste Zeit“ zählt zum Programm, das ganz stark arrangierte „Geh jetzt“ und „Heaven Or Hell“, ohnehin einer ihrer besten Songs und schon allein deswegen ein Glanzpunkt.

Das Publikum

Crossover wie der ganze Ansatz. Hier sitzen ganz klar einige Joy-Denalene-Fans, auf dem Parkplatz der Kulturwerft sind Kennzeichen aus Düsseldorf, Braunschweig oder Landkreis Oder-Spree auszumachen, aber auch einfach nur Neugierige, Ältere wie Jüngere.

Etwas schwer tun sich die Gäste mit dem Mitsingen, das Mitklatschen klappt weniger scheu, sogar der Soul-Clap auf die Zwei. Mit der ungewöhnlichen Kombination können sie offenbar viel anfangen, bei besonders gelungenen Arrangemants gibt‘s auch besonders viel Beifall und am Schluss von etlichen Besuchern stehende Ovationen.

Was in Erinnerung bleibt

Wie stets bei Joy Denalane live das fantastische Charisma. Allerdings dauerte es diesmal etwas länger mit dem inneren Leuchten und Strahlen, mit dem ungewohnten musikalischen Umfeld musste die Sängerin wohl erst warm werden. Und faszinierend das äußerst homogene Hinübergleiten vom 1. Satz aus Beethovens „Mondscheinsonate“ in Denalanes „Geh jetzt“.

Fazit

Eine neue, spannende Facette der Künstlerin und ihrer Songs.