Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur 100 Jahre chorsinfonische Energie
Nachrichten Kultur 100 Jahre chorsinfonische Energie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:34 13.11.2019
Von Christian Strehk
Der Dirigent Lam Tran Dinh (li.) probt mit dem Philharmonischen Chor Kiel und Moritz Caffier am Flügel im Klaiber-Studio des Opernhauses Mendelssohns Oratorium "Elias". Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Niemand hatte für möglich gehalten, dass ausgerechnet dieses Schlüsselwerk der Chorsinfonik beim hundertjährigen Städtischen Chor noch nie auf dem Programm gestanden hat. Auch Lam Tran Dinh konnte es nicht fassen: „Während ich mich zum Jubiläum wahrscheinlich trüffelschweinig auf die Suche nach einer Rarität gemacht hätte, entdeckte der neue Generalmusikdirektor Benjamin Reiners beglückt, dass noch nie gesungen wurde, was ihm so besonders am Herzen liegt.“ Für den Chorleiter ergibt sich nach dem Mendelssohn-Lobgesang unter Fritzsch jetzt ein schöner Bogen, allerdings wegen der Masse und Vielfältigkeit der Chorpartie im Elias auch eine große Herausforderung.

Vokalausgleich und deutsche Sprache

Beim Proben wird sofort deutlich, was er als bedeutend empfindet: „Gerade wenn ihr deutlich sprecht, was ja wichtig ist, dürft ich dabei den Klang nicht verlieren.“ Mehr richtige Töne, mehr richtige Vokale und weniger norddeutsch ausgesprochenen Text fordert er ein. Der Ruf „Baal, erhöre uns!“ soll auf keinen Fall durch den Wechsel der Vokale von a über ö und e zu u einen gemeinsamen Nenner im Klang einbüßen: „Bitte keinen extremen Vokalwechsel“, ruft Lam Tran Dinh ins Chortutti, während Moritz Caffier am Flügel die Orchesteraura hinzubeschwört.

Lam Tran Dinh und die individuellen Ausdrucksprofile

Aus solcher Klangkultur heraus entsteht dann der Ausdruck, die Wärme, die Legato-Linie. „Ich höre noch kein Licht hervorbrechen“, „nicht wie aufgescheuchte Hühner und ein kopfloses Irgendwas singen“, „traut euch, auf der Welle mitzuschwimmen“, sind Sätze, mit denen der in Wien unter anderem bei Erwin Ortner ausgebildete Dirigent zum Ziel strebt. „Das ’Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name’ braucht als Thema ein eigenständig kenntliches Profil, sonst klingt die Fuge zwar virtuos, aber alles in ihr uninteressant gleich ...“

Opernchor, Philharmonischer Chor, Kinder- und Jugendchor

Im Schulterschluss mit den Profis vom Opernchor, den Lam Tran Dinh auch leitet, soll die Mammutaufgabe gelingen. Außerdem studiert Caffier noch eine Auswahl der frischen Jugendakademie-Stimmen ein: für Himmlisches wie das Terzett „Hebe deine Augen auf“.

Bach-Tradition und englische Chorkultur

Lam Tran Dinh sieht das 1845/46 für Birmingham entstandene Werk nah an der stets üppig besetzten, zugleich aber trotzdem schlanken britischen Chortradition orientiert. Es gelte aber, „das Bachige beizubehalten, dabei aber das Romantische nicht zu verlieren. Es gibt bei Mendelssohn trotz der Rückbezüge eine ganz eigene Choralsprache. Das Süffige muss vorhanden sein. Und das passt ja auch speziell zu uns, genauso das Dramatische.“

Die Daten der beiden Konzerte mit dem "Elias"

Philharmonische Konzerte am So 17. November, 11 Uhr, und Mo, 18. November, 19.30 Uhr. Jew. 60 Minuten vorab: „Musikalisches Quartett“ im Fördefoyer mit Prof. Dr. Anna Elise Zernecke, Professorin für Altes Testament an der Kieler Universität. Karten: 0431 / 901 901. www.musikfreunde-kiel.de

Der Dirigent Lam Tran Dinh (li.) probt mit dem Philharmonischen Chor Kiel und Moritz Caffier am Flügel im Klaiber-Studio des Opernhauses Mendelssohns Oratorium "Elias".

Julie Delpys Kinobilanz ist reich an leichten Beziehungsplaudereien. Mit “My Zoe” (Kinostart am 14. November) wechselt sie ins ungewohnte Terrain der Science-Fiction. Hier erzählt die Regisseurin von Liebe über den Tod hinaus - eine Mutter lässt ihr Kind klonen.

13.11.2019

Emos und Hippies waren gestern: Auf der Plattform Tiktok macht sich eine neue Jugendsubkultur breit. Die E-Boys tragen viele Ketten und ziemlich viel Haar – sind ansonsten aber ziemlich oberflächlich. Der Versuch einer Analyse.

12.11.2019
Kultur Filme zum Wiederentdecken - Von der Empörung zum Film

Sie hat eine Schausteller-Familie beglietet ("Die Albertis"), Straßenkinder aus Kapstadt beobachtet ("Jolly Juggle"), den Dokumentarfilmer Klaus Wildenhahn und zuletzt Menschen in Neumünster porträtiert: Filmemacherin Quinka Stoehr. Jetzt zeigt sie noch einmal zwei Filme aus ihrer Anfangszeit.

Ruth Bender 12.11.2019