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Kultur Fahrplan durchs Stationendrama
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07:16 12.06.2018
Von Beate Jänicke
Foto: Szene auf der Greifswalder Straße: (v.li.) Kian Lorenz Anthony Ribeiro-Nelson, Tineke Juli Krumbeck und Anton Dürr vom Jugendclub.
Szene auf der Greifswalder Straße: (v.li.) Kian Lorenz Anthony Ribeiro-Nelson, Tineke Juli Krumbeck und Anton Dürr vom Jugendclub. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Roland Schimmelpfennig weilte zur Deutschen Erstaufführung seines Stückes "Die Straße der Ameisen" am Schauspiel Kiel. „Ich habe ihm bei der Gelegenheit unser Konzept beschrieben, sein Drama "Auf der Greifswalder Straße" als Stationenstück zu zeigen – und er fand es gut“, freut sich Wunderlich. Mit dem Jugendclub bringt sie die Inszenierung am heutigen Dienstag, 12. Juni, erstmals auf die Bühne des Werftparktheaters.

„Als gebürtige Berlinerin begleitet mich Schimmelpfennigs Stück schon lange“, erzählt Caroline Wunderlich. Nun bot sich endlich die Gelegenheit, es mit Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren zu erarbeiten: „Sie finden das Stück total klasse“.

Eine Collage von Straßenszenen

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist die Hauptfigur Rudolf. Er erfährt, dass er nur noch 24 Stunden zu leben hat. Auf der Greifswalder Straße, ein Ort im Berliner Osten, der symbolisch für ähnliche Orte steht, gibt eine Szenencollage Eindrücke von den ganz unterschiedlichen, auch verrückten Typen, die dort leben. „Sie wirken zunächst, als seien sie allein, aber dann hängen sie doch alle irgendwie miteinander zusammen“, erklärt Caroline Wunderlich: „Auch die Zeit spielt eine zentrale Rolle, denn sie bleibt für den Protagonisten irgendwann stehen, das hat dann Auswirkungen auf die anderen.“

Vier Teile, vier Bühnenorte

Den Text des Dramas hat der Jugendclub, bis auf einige Kürzungen, werkgetreu übernommen. Das Besondere an der Kieler Inszenierung ist die Aufteilung auf vier Stationen. „Jeder Zuschauer zieht am Anfang eine farbige Karte und bekommt eine Art Fahrplan ausgehändigt. Je nachdem, welche Farbe man hat, beginnt man an einem der vier Bühnenorte das Stück zu sehen und wandert nach 20 Minuten weiter zur nächsten.“ Auf der Hauptbühne, Probebühne, bei der Voliere und am Container wird jeweils ein anderer Part des Dramas gezeigt. Caroline Wunderlich: „Es ist eindrucksvoll zu sehen, wie sehr die Jugendlichen sich in die Themen des Stücks eingefunden haben und sie auf ihre eigene Weise ausfüllen.“

Premiere: heute, 12. Juni, 20 Uhr (Restkarten), weitere Vorstellungen: 14.6., 18 Uhr; 15.6., 20 Uhr; 17.6., 18 Uhr; Karten: Tel. 0431/901901; www.theater-kiel.de

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