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Kultur Video: Texte, Töne und bewegter Dank
Nachrichten Kultur Video: Texte, Töne und bewegter Dank
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20:36 14.06.2020
Von Ruth Bender
In Text und Tönen versunken: Kati Luzie Stüdemann mit Pianist Michael Kallabis und Publikum.  Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

„Das ist ja kathedral hier. Das hallt ordentlich.“ Mona Harry sagt das und lässt in der imposanten Anlieferungshalle in Moorsee erstmal den Blick schweifen. Und die Poetry Slammerin, die am Nachmittag auf der Palettenbühne das Programm Texte und Töne startet, lässt nach der Begrüßung durch KN-Kulturchef Konrad Bockemühl keinen Zweifel daran, dass sie sich von der Politik in Schleswig-Holstein in der Krise mehr Einsatz für die freien Künstler gewünscht hätte. Verbunden mit Dank an die Kieler Nachrichten, die die Online-Auftritte ermöglicht haben.

Querschnitt durch die KN-Bühne

Der kommt dann in Form eines Querschnitts, der die KN-Bühne live Revue passieren lässt. Mona Harry lässt sich auf dem Sound ihrer Texte treiben, entdeckt unter Wasser Raum für „ausgesprochen unwahrscheinliche Gefühle“.

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Sie hat eine Botschaft, wenn es in einem neuen Text um die Entstehung von Worten, Sätzen und Ideen geht, oder — das ist schon ein Klassiker - über ihre Lust am Herbgrauen und salzig Rauen des Nordens. Und dann muss sie auch schon wieder weg; nach Flensburg zum nächsten Auftritt.

KN-Bühne: Spendenaktion

Spenden für die freien Künstler gehen weiterhin auf das Konto „KN hilft e.V.“ bei der Fördesparkasse: DE 05 2105 0170 1400 2620 00

Die Zuschauer gehen sichtlich mit. Erst recht, als sich Fenja Schneider in Edith Piafs Leben und Chansons vertieft, den Schmerz und die Leidenschaft der Ikone mit mächtig Herzblut und Stimme vergegenwärtigt. Und da kommen die Köpfe ins Wiegen.

Danach spinnt Lasse Wagner Seemannsgarn um die eigene Sehnsucht, die Meere zu bereisen – eine Karriere, die an hartnäckiger Seekrankheit scheiterte. Der Schauspieler erzählt, wie er als reisender Schauspieler die Leute unterhielt, gießt Fernweh in seine Songs, die mal von Männerliebe berichten und mal weltkritisch protestieren wie das Erbe des legendären Liedermachers Franz-Josef Degenhardt.

Sehnsucht nach dem Live-Auftritt

Und da wird schnell spürbar: Es gibt eine Sehnsucht nach dem Live-Auftritt, nach dem direkten Kontakt zwischen Künstler und Publikum, das in der Weite der Halle sorgsam mit Abstand platziert wurde. Kati Luzie Stüdemann bekennt, dass sie bei aller Liebe zum Netzauftritt doch vor allem den Kontakt braucht „zu Ihnen, dem Publikum“.

Und den Applaus auch. Dann taucht sie ein in die „Lieder ihrer Mutter“. Leise und mit großer Zuneigung singt sie zum Piano von Michael Kallabis, der vorher auch schon spontan Fenja Schneider begleitet hat, erzählt sie mit Marlene Dietrich bis Zarah Leander von Liebe und Traumprinzen. Ein schöner melancholischer Abschluss.

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Die weiteren Auftritte der KN-Bühne live vom Wochenende finden Sie auf KN-online:

„Es wurde mal wieder Zeit für analog“, sagt Wolfgang Röttgers, ehemaliger Kulturdezernent und nun Vorsitzender der Volksbühne e.V., und freut sich über die Prise Kulturleben. Auch Silke Everding ist mit Freundin Annette Hollbach zum ersten Mal nach dem Lockdown wieder kulturell unterwegs. „ich habe alle 60 Auftritte im Netz gesehen und fand es toll, dass es so eine Vielfalt war“, sagt sie, „das hat mich neugierig gemacht. Und es war toll, die Künstler jetzt mal live zu sehen.“

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