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Kultur Entlarvend gedrechselte Phrasen
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11:28 09.05.2019
Von Beate Jänicke
Rolf Miller im Metro Kino in Kiel. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Ähnlich wie Gerhard Polt schlägt Rolf Millers tief im bigotten Spießbürgertum verhaftete Figur einen jederzeit jovialen Ton an, der einen fast schon hineinzwingt in eine gemütliche Stammtischgemeinschaft mit ihm. Bis er den nächsten schweren Brocken fallen lässt.

Alles ist ihm verdächtig und wird nieder und lächerlich gemacht. Zu Frauen hat er ein besonderes Verhältnis. „Der Mensch ist frauenfeindlich!“, weiß er. Auch Schwule, Ausländer, Studenten sind ihm höchst suspekt. Von Liegeradfahrern, rothaarigen Mitschülern und Anwälten ganz zu schweigen.

Dann lacht das Auditorium: wahlweise  mit ihm oder über ihn. Manchmal zustimmend, manchmal wohlig entsetzt - je nach eigener Verfasstheit. Rolf Millers besonderes Stilmittel sind die wie zufällig daher gesagten, in Wahrheit kunstvoll gedrechselten Halbsätze. Wortbrocken aneinander gereiht und dabei so verräterisch, wenn er schwadroniert: „Niedere Instinkte - brauchst du.“

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